moin moin zusammen,
auseinandernehmen kann man die Zangen zwar und ich habs auch schon gemacht, aber man sollte dann neue Bridge Bolts verwenden, die Dichtung für den Durchgangskanal erneuern und einen vernünftigen Drehmomentschlüssel haben, die von Lidl oder Aldi reichen allemal die Knöfe am Herd zu befestigen

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Das eigentliche Problem ist die Unterwanderung der Hartverchromung der Kolben bei zunehmendem Alter, verbunden mit der anfangenden Porösität der Staubschtzdichtung. Korrosive Einflüsse durch Feuchtigkeit gelangen dann in die Bereiche zwischen den internen Dichtringen und den Kolben und sorgen für Korrosion. Solange keine neuen Beläge montiert werden, bleibt das zunächst unauffällig. Erst mit neuen (dicken) Bremsschuhen werden die Roststellen dann in den Bereich der eigentlichen Dichtmanschetten zurückverlegt und sorgen für zusätzliche Reibungsverluste und damit verbunden unterschiedliche Blockierleistungen.
Erfahrungsgemäß leiden die Bohrungen in den Zangen erstaunlicherweise wenig, meist garnicht, durch Alterung, wohl aber durch Sedimente, die (farbbedingt) offenbar Auswaschungen der Bremsschläuche sind und mit viel Bremsenreiniger, Borstenpinsel und Pressluft restlos beseitigt werden können.
Werden neue Manschetten eingebaut, müssen deren Nuten zunächst gereinigt werden. Ein geeigneter Schaber und viel Pressluft sind dabei erforderlich. Neue Dichtmanschetten, also die ineren, werden mit der gewählten Bremsflüssigkeit eingesetzt, die äußeren Dichtungen trocken. Anschließend die bremsflüssigkeitgeschmierten neuen Kolben einstecken, anbauen, entlüften und staunen :shock: wie gut die Bremse im B funktioniert.
Bei meinen B's verwende ich DOT 5.0. Nach der Vorbereitungsarbeit, also dem Reinigen des kompletten Systems, sind meine Erfahrungen damit vielversprechend. 10 Jahre mit der gleichen DOT5.0 Flüsigkeit und immer noch die gleichen Werte und das selbe gute Ansprechverhalten, aber es erfordert wirklich die demontage aller Gummiteile und das durchspülen und ausblasen aller Leitungen. Nichts was innerhalb von 2 Stunden zu erledigen ist!
Eine Überlegung zu den Edelstahl Kolben zum Schluss...
Ich habe mich mit der Problematik von Edelstählen beruflich genügend befassen müssen und würde Edelstahlkolben nicht unbedingt favorisieren. Meine Wahl ist die hartverchromte Stahlausführung.
Diese Stahlkolben sind härter als AISI 304 oder 316 Legierungen. Edelstähle sind fast unschlagbar bei sehr niedrigen Temperaturen, wird es sehr warm, haben sie Nachteile. Die Elastizität des Werkstoffs macht sie für mittelstark belastete Anwendungen interessant, bei Bremsen sind also fast alle Voraussetzungen kritsch zu beurteilen, verwendet man solche Kolben. Zusätzlich habe diese Werkstoffe einen Nachteil, der leider oft blauäugig übersehen wird: Edelstahl heißen sie zwar, aber in der Spannungsreihe der Metalle sind sie alles andere als das! Sie sind nichtrostend im Rahme der Herstellerdefinition, nicht mehr!!! Würd jemad Kolben aus Bronze anbieten, wäre das vielleicht meine Wahl. Härte wie Edelstahl, keine Korrosionsprobleme, zusätzlich selbstschmierend in kritischen Anwendungen.
Aber weiter zum elenden

Edelstahl:
Kommt es zu sauren Wasseranbscheidungen innerhalb der Bremszangen, ist Lochfraß im Edelstahl nur eine Frage recht kurzer Zeit. Dieser Edelstahl-Lochfraß ist nicht vergleichbar mit dem von ferritischen Stählen, die braune Spuren deutlich zeigen. Bei VA-Stählen geschieht diese Oxydation innerhalb der Legierung und zeigt sich erst im fortgeschrittenen Stadium an der Oberfläche durch kleine schwarze Punkte. Ein Aufblühen, wie es bei Stahl üblich ist, findet nicht statt, ein Volumenzuwachs auch nicht. Eine recht zwiespältige Sache, wenn wan bedenkt, dass diese Teile keine visuellen Schwächen offenbaren, bis es zur teilweisen Zerstörung kommt. Für Bremsen ein sehr problematischer Aspekt.
Eigene lange Erfahrungen im Schiffbau/Werftbereich und mit Edelstahl-Normteilen für die Anwendungen im Reaktorbau und der Avionik würden meine Wahl nur zu gunsten von Stahl oder verchromtem Stahl in dieser Anwendung ausfallen lassen. Ich bin nich bange, kenne aber die Schwierigkeiten aus langer Verantwortung mit diesen Werkstoffen und analysierten Schäden, die im Bremssystem ein Alptraum sein können.
Offenbar sind die maßgeblichen 'tuffen' Einkäufer bei Moss noch zu unerfahren und das Produkt ist im Markt sehr willkommen, wie mir auch MG-Freunde aus USA und Canada versicherten, so what, it seem perfect until...
Just my 5 cents
Ralph