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Re: Restauration im Ausland??? Der Blick gen Osten...

Verfasst: 3. Feb 2012, 11:53
von Günter Paul
jupp1000 hat geschrieben:....freut mich, dass ich mit meinem Beitrag "Schweizer Käse" ;) konstruktiv mitgewirkt habe!
Na,Heinz,..Ralph find ich aber auch nicht schlecht..`ne richtige Wortschöpfung.. " GT Sieb " :wink:

Re: Restauration im Ausland??? Der Blick gen Osten...

Verfasst: 3. Feb 2012, 14:17
von MH
Der Arbeitsaufwand ist ja sehr beträchtlich - wenn es im einem erträglichen Rahmen
bleiben soll, kann man es nur selbst machen. Allerdings würde ich es mir nicht
zutrauen, da die Karosseriearbeiten ein wesentlicher Teil eines gut restaurierten
Autos sind. Es gibt Restaurationen, da fragt man sich, wer hat das gute Teil
denn zusammengebraten - vermutlich preiswert, jedoch schlecht. Dann gibt
es Autos, die sind einfach top - in jeglicher Hinsicht und es macht immer
wieder Freude hinzuschauen mit dem entsprechenden Wert.

Ich würde auch in Betracht ziehen, einen rost- und unfallfreien GT aus den
Staaten zum Schlachten zu nehmen. Der Vorteil wären auch die verfügbaren
Ersatzteile, die man dann verkaufen kann.

Grüße
manfred

Re: Restauration im Ausland??? Der Blick gen Osten...

Verfasst: 3. Feb 2012, 14:33
von Klaus Ullrich
@ Manfred
ich denke das Thema einen "rost- und unfallfreien GT aus den Staaten zum Schlachten zu nehmen" ist doch im Grunde genommen schon abgehandelt, da ja "Spencer" bereits eine recht teure "KTL - Wellnessbehandlung" zu teil wurde.
Wenn man sich erst mal entschieden und bereits angefangen hat "Schrott" zu veredeln, dann geht es auch nur in der Richtung weiter.

Gruß
Klaus

Re: Restauration im Ausland??? Der Blick gen Osten...

Verfasst: 3. Feb 2012, 16:21
von project6
Klaus Ullrich hat geschrieben:@ Manfred
ich denke das Thema einen "rost- und unfallfreien GT aus den Staaten zum Schlachten zu nehmen" ist doch im Grunde genommen schon abgehandelt, da ja "Spencer" bereits eine recht teure "KTL - Wellnessbehandlung" zu teil wurde.
Wenn man sich erst mal entschieden und bereits angefangen hat "Schrott" zu veredeln, dann geht es auch nur in der Richtung weiter.
Gruß
Klaus
da hat er 100%ig recht, der klaus.

ich werde es wohl einfach wie folgt machen:

1. belesen - 2 bücher liegen "druckfrisch" neben mir.
2. informieren - bei freunden und bekannten, die professionell schweißen (einer hat mir das schon zugetraut, oha!).
3. videos bei youtube reinziehen.
4. selbstversuch an schrott, den niemand braucht
5. dann in mich gehen und eine entscheidung treffen.

die tür zum profibetrieb steht ja immer offen...

Re: Restauration im Ausland??? Der Blick gen Osten...

Verfasst: 4. Feb 2012, 08:28
von entenhannes
Moin,

Chapeau vor dem Selbstvertrauen einiger Vorredener. Habe gerade mal unserem Betriebsschlosser,
der ein hervorragender Schweisser ist, die Bilder gezeigt. Außer Stirnrunzeln kam nur: Wenn man das richtig machen möchte, dann gehen mal locker über 100 Stunden inkl. anfertigen einiger
Rep. Bleche, die es so nicht geben wird, ins Land. Gut, wer das als Lebenswerk angehen möchte, der wird zum Ziel kommen. Für alle durchschnittlich begabten Handwerker und Schrauber ist dies nicht in guter/anhaltender Qualität zu machen. Jahrelange Erfahrung sowie eine entsprechende Ausbildung und Geschick läßt sich leider nicht durch hoffnungslose Selbstüberschätzung und Optimismus ersetzen. Das werden die abgebrochenen Restaurationen die dan irgendwann im Mobile.de und/oder ebay landen. Mangelndes Material (Rep. Belche) haben speziell in Osteuropa einige hervorragende "Blechkünstler" hervorgebracht. Sprich doch mal mit KFZ Betrieben in Berlin und Umgebung die vermehrt Unfallschäden reparieren wo die das machen. Ich kann mir vorstellen, dass diese sich schon einiger Subunternehmer in PL bedienen. Viel Glück bei deinem Projekt!

Gruß
Johannes

Re: Restauration im Ausland??? Der Blick gen Osten...

Verfasst: 4. Feb 2012, 09:43
von Josef Eckert
Hallo Johannes,
ich kann Dir nur beipflichten. Und dass hier welche, ich nenne jetzt keinen Namen, die noch nie so eine Restauration durchgezogen haben, hier Ratschläge zum selbermachen geben, ist eigentlich um es nach meiner Art überspitzt zu beschreiben, verantwortungslos.
Sven, Du bist ja selbst im Marketing, also mein Ratschlag nochmal, zieh die Notbremse. Ein Projekt bei dem man derart draufzahlt, lohnt es nicht weiterzuverfolgen, auch nicht um in den Markt zu kommen. Verkauf alles meistbietend, oder kauf Dir ein Heritage Bodyshell. Aber auch das Bodyshell verlangt nach einigen Stunden Arbeit, bevor es nur lackierfertig ist und Du wirst viel Geduld mitbringen müssen bis Du es hast. Und Du wirst dann immer noch in Ausgabenregionen vorstoßen, für die Du ein höherwertigen Wagen auf dem Markt kaufen kannst. Jetzt ist der Verlust immer noch ertragbar. Ich denke Du hast schon genug Lehrgeld bezahlt. Das ist aber nur wieder ein Rat einens nicht-MG B Infizierten.
Gruß
Josef

Re: Restauration im Ausland??? Der Blick gen Osten...

Verfasst: 5. Feb 2012, 13:34
von project6
Danke für die klaren Worte!
@ Johannes: Mehr als 100 Stunden Blecharbeit? Sicher, vielleicht das doppelte. Ich habe in einem Jahr ziemlich genau 200 Stunden an meiner Werkbank gestanden, das geht und steht damit im Verhältnis. Ob ich für die Blecharbeiten handwerklich talentiert genug bin, ist eine ganz andere Frage, die mich auch immer noch rumtreibt. Eine schnelle Antwort darauf wird es nicht geben. Was ich aber sicher weiß ist, dass das Produkt aus Arbeitszeit und deutschem Stundenlohn für mich viele Fragen aufwirft…
@ Josef: Einiges sehe ich anders. Zunächst befähigt mich meine Marketing-Beruf per se nicht ansatzweise zum Einschätzen der Situation. Dazu nutze ich nur menschliche Logik, gepaart mit völlig irrationaler Sehnsucht nach schmutzigen Händen und einem eigenen Oldie-Projekt. Daher ist Dein Vorschlag, die „Notbremse“ zu ziehen, für mich auch nicht nachvollziehbar. Ich will nicht mit Gewinn aus diesem Projekt kommen, will den Wagen weder bewerten noch verkaufen. Und ein „höherwertiger“ Ersatz existiert für mich nicht (OK, ein DB4 vielleicht). Das Projekt bringt mich aber natürlich an finanzielle Grenzen, weshalb ich nach Alternativen suche und es auch eine lange Zeit dauern wird. Außerdem weiß ich nicht, was Du mit „Lehrgeld“ meinst. Sicher lernt man bei einer Restaurierung dazu – das war und ist auch bei mir der Fall – doch genau darum geht es mir doch! Bis dato sind in meinen Augen keine wesentlichen Fehlinvestition in der Wagen geflossen. Oder siehst Du das anders? Du selbst hast doch auch geschrieben, dass man unverhältnismäßige Investitionen langfristig nicht bereuen muss.
Noch ein paar ganz grundsätzliche Worte: Bei den Zweifeln an meinem grundsätzlichen Potenzial mögt ihr durchaus Recht haben, da gehe ich ja sogar mit. Gerade das Problem, Talent, Lernfähigkeit und Muße einzuschätzen, stellt mich derzeit vor einige Fragezeichen. Daher auch dieser Thread, der – das muss mal erwähnt werden – in Sachen „Restaurierung in Polen o. ä.“ nur wenig Fortschritt brachte. Das macht aber rein gar nichts, ist aber wohl auch Spiegel der Kenntnisse im Forum. Die gediehene Diskussion finde ich durchaus bereichernd.
Ich denke, es würde darüber hinaus helfen, den nebulösen Schleier von einigen Handwerksarbeiten zu lüften. Ich schraube in meinen bisherigen 29 Lebensjahren ungefähr die Hälfte an motorisierten Fahrzeugen, habe aber nie eine solche Ausbildung genossen. Probleme ließen sich aber oft auch nachhaltig lösen. Mit Freude denke ich bspw. an die Zeit zurück, als ich als 17jähriger alle vier Wochen den Auslasstrakt meiner Cagiva-2-Takt Rennmaschine von Ölkohle befreite und irgendwann eigene Modifikationen an dem Ofen vornahm. Sie hatte dann fast 40 PS, was natürlich illegal, aber ein riesen Spaß war. Seit dieser Zeit ist mir aufgefallen, dass es tlw. zur MYSTIFIEZIERUNG des Handwerks kommt. Ich selbst habe größten Respekt vor Talent und Geschicklichkeit, beneide viele Menschen, die etwas Besonderes mit Ihren Händen schaffen können. Und auch wenn langjährige Ausbildungen sicher ihre Berechtigung haben, fällt mir auf, dass alle nur mit Wasser kochen.
Ich habe oft erlebt, dass „großes Handwerk“ schnell relativiert werden kann. Heute übergebe ich meine Aufträge deshalb oft an Autodidakten. Von Meistern und selbsternannten Profis war ich nämlich oft enttäuscht. Und gerade im Karosseriebau (andere Bespiele: Motorenbau oder Kochen) kommt noch dazu, dass es viele Dogmen und Mythen gibt. Zitate sind dann: „SO sieht eine Schweißnaht aus. Oder das geht SO gar nicht. DAS muss man völlig anders machen...“ Laie und wohl auch Profi fragen sich dann, wie man es dann richtig macht. Antworten darauf sind meistern rar! Meine Erkenntnis daraus ist: Es gibt tausend Wege etwas richtig und falsch zu machen. Toleranz für den jeweils anderen, womöglich auch richtigen Weg gibt es aber oft nicht, was schade ist. Denn der andere Weg ist nicht zwingend falsch. Das erleichtert ein eigenes Oldtimer-Projekt wirklich nicht, denn Transparenz ist Mangelware.
Die unterschiedlichen Meinungen in diesem Thread bestätigen mir das. Das wiederum ist ja irgendwie beruhigend :D . Ob ich den Mut haben werde, mich selbst in die Untiefen der Karosseriearbeit zu stürzen wird nur die Zeit zeigen. Vielleicht ist es einfach einen Versuch wert, auch wenn es sicher einige Stimmen gibt, die dem schon vorab einen Riegel aus Zweifel vorschieben.

Re: Restauration im Ausland??? Der Blick gen Osten...

Verfasst: 5. Feb 2012, 14:26
von Retlaw
Josef hat geschrieben:Hallo Johannes,
ich kann Dir nur beipflichten. Und dass hier welche, ich nenne jetzt keinen Namen, die noch nie so eine Restauration durchgezogen haben, hier Ratschläge zum selbermachen geben, ist eigentlich um es nach meiner Art überspitzt zu beschreiben, verantwortungslos.
Hallo Josef

Wenn du wen oder was zu kritisieren hast, nenn bitte Ross und Reiter, sonst fühlt sich am Schluss jeder der zu diesem Thema schon mal seine Meinung kund getan hat, als Betroffener!

Gruss, Walter

Re: Restauration im Ausland??? Der Blick gen Osten...

Verfasst: 5. Feb 2012, 15:00
von Florian84
Hey Sven,

ist jetzt zwar nicht mehr ganz on topic, aber das stört dich ja auch ausdrücklich nicht :wink: Ich denke (nein: weiß!), dass du mir in Schrauber- und Restaurationskenntnissen weit voraus bist - dafür hab ich nen Vater vom Fach, der mich an die Hand nimmt. Deshalb kann ich dir auf diesem Weg nicht helfen.
Was ich jedoch nachhaltig unterstützen kann ist deine Einschätzung, dass dieser Thread irgendwie meinungsbildend ist. Wenn du mal etwas buddelst, findest du den ausufernden Thread (8 Seiten, wenn ich mich nicht irre), wie ich zu meinem MG A gekommen bin. Dort war eine ähnliche Entwicklung zu beobachten, wie hier. Auf der einen Seite ein junger (ich bin 27, unschwer zu erraten :D ) Enthusiast, auf der anderen Seite viele alte Hasen und noch mehr Meinungen. Du bist - da wette ich drauf - mit einer sehr weit fortgeschrittenen Einschätzung hier reingegangen und hättest dir die Selbstrestauration wohl nur gekniffen, wenn du hier völlig umgepoppt worden wärst, um es mal so auszudrücken. Das finde ich richtig, denn man merkt, dass du richtig Bock drauf hast, dir jetzt was zu schaffen. Und wenn man sich deine Homepage mal anschaut, bekommt man schon den Eindruck, dass du weißt, was du tust. Sicher werden sich Probleme ergeben und das Projekt wird teurer und zeitintensiver als gedacht (ja, ich weiß :roll: ), aber am Ende steht DAS ZIEL. Das hast du im Blick, und das wirst du erreichen. Positiver Nebeneffekt ist, dass du an der Sache wächst und später selbst viele gute Ratschläge weitergeben kannst. An einen wie mich vielleicht, der dann irgendwann auch tiefer in der Materie ist und sich freut, wenn er in 40 Jahren noch jemanden hat, von dem er Hilfe bekommt :mrgreen:

Auf in die Sonne!
Florian

Re: Restauration im Ausland??? Der Blick gen Osten...

Verfasst: 5. Feb 2012, 15:18
von Josef Eckert
Hallo Sven,
ja Du machst das schon. Höre einfach nicht auf so alte Esel wie mich. Hau rein, das wird schon was werden.
Hallo Walter,
ich nenne keinen Namen, doch ich meinte die, die noch nicht einmal einen abgebrochenen Stehbolzen ohne Kollateralschäden entfernen können, aber glauben sie müssten Sven dazu raten die Blecharbeiten selbst zu machen.
Gruß
Josef

Re: Restauration im Ausland??? Der Blick gen Osten...

Verfasst: 5. Feb 2012, 17:29
von Günter Paul
Man braucht nur zu lesen,was
hier steht,..dann weiß man wer wie alt ist :cry: :wink: ...
Wo kämen wir denn hin,wenn jeder gleich die Flinte in`s Korn wirft,nur,..weil Probleme oder Zweifel auftreten ??
Privileg der Jugend ist u.a. die Begeisterung und ob Hobby oder Beruf,wer nicht neugierig auf sich selbst ist und auf das,was er kann ...der hat sein Leben vertan..,wird nie erfahren,was er hätte alles schaffen können...und meiner Meinung nach ist nichts schlimmer als abbrechen,.. auch wenn es vielleicht rein rechnerisch besser gewesen wäre..oder,weil ein Forumskollege dazu geraten hat,..wenngleich mit lauteren Absichten..

"""Bei den Zweifeln an meinem grundsätzlichen Potenzial mögt ihr durchaus Recht haben, da gehe ich ja sogar mit. Gerade das Problem, Talent, Lernfähigkeit und Muße einzuschätzen, stellt mich derzeit vor einige Fragezeichen. """"

Klar,wäre ja noch schöner,wenn man nicht zweifeln würde,das gehört dazu Sven,..
in jungen Jahren habe ich manchen Kommilitonen davon abhalten können aufzugeben,habe immer wieder gepredigt wie wichtig es ist,sich selbst zu erfahren,den Deckel abzuheben und in sich reinzuschauen,wer man ist und wozu man in der Lage ist..nun ist das hier nur Hobby,kann man natürlich entspannter sehen,Du kannst Dir die Zeit nehmen,die Du brauchst..und dennoch gibt es Parallelen...
und Ralph hat an anderer Stelle bereits geschrieben,dass Du nach der Restaurierung manches anders sehen wirst..aber die Möglichkeit hast Du eben nur,wenn Du es durchziehst..Fremdvergabe kann jeder :wink: und bleibt letztlich als Option bestehen...ich wünsche weiterhin viel Erfolg !!

Gruß
Günter Paul

Re: Restauration im Ausland??? Der Blick gen Osten...

Verfasst: 5. Feb 2012, 17:40
von Florian84
Günter Paul,

du schreibst so, wie der BVB spielt und Schalke zumindest manchmal :mrgreen: - bin 100% deiner Meinung.
Gerade eine Fahrt zum Florian (dem Fernsehturm in Do - NOCH bin ich nicht schizophren...) gemacht, die Fernsicht auf der leeren Plattform genossen (auch auf Gelsenkirchen) und wieder zurück. Verglichen mit dem Wind in 140m Höhe ist offen fahren wie vorm Kamin sitzen... 8)

Bis dann
Florian

Re: Restauration im Ausland??? Der Blick gen Osten...

Verfasst: 5. Feb 2012, 20:00
von project6
@depee: Ich wollte keine Welle der Empörung produzieren. Trotz der richtigen Einordnung meiner Person (Internet etc.) bin ich in der realen Welt durchaus zu Hause, nutze aber alle zugänglichen Vorteile der Neuzeit. Das spielt hier aber gar keine Rolle. Dass Du das aber als Pauschalurteil nutzt, um „uns“, der Generation generelle Leichtfertigkeit anzudichten, ist schlicht zu kurz gedacht. Bilde Dir bitte kein Urteil - Du kennst mich nämlich nicht!
Dass Du Dich angegriffen fühlst, finde ich daher falsch. Denn wenn ich schreibe, dass ich Handwerk und Könner respektiere, wozu Du vielleicht gehören magst, kannst Du nicht daherkommen und was anderes behaupten. Ich bilde mir hier kein einziges Urteil über das Können „Anwesender“, da ich selbst fast niemanden hier persönlich kenne und ein Forum auch keine Grundlage zur Einschätzung bietet.
Deine geschilderte Erfahrung aus dem „Osten“ hilft im Übrigen, aus den Tausend Bruchstücken an subjektiver Information ein Gesamtbild zu entwickeln. Also danke dafür! Genau diese Subjektivität ist es aber, die ich als Autodidakt an den Gelernten kritisieren wollte. Und ich kenne viele Menschen in ähnlichen Situationen, die meine Meinung teilen. Daher war es mir einfach ein Bedürfnis, das auch mal zu äußern. Deine Radikalurteile wie „Bullshit“ sind daher – wie ich finde – unangemessen. Meine Erfahrung ist meine Erfahrung, daran ändert Dein Wille nix. Deine Meinung zu Talent und Genie teile ich übrigens…
Was Mythologie angeht, werden wir aber wohl nicht zusammenkommen. Ich sehe das einfach anders. Es geht mir dabei in keinster Weise um das Verraten von Tricks. Ich habe aber oft erlebt, dass auf Fragen, die nicht das Wissensmonopol des Handwerkers angreifen, keine konsistenten Antworten gegeben worden. Den Laien oder Semi-Kenner verwirrt das und damit wächst die Hemmschwelle, sich selbst zu probieren.
In meinen Augen sind Deine Worte daher zum Teil recht radikal gewählt. Wenn das Anliegen Deines Beitrags aber nur – wie im letzten Absatz erwähnt – dazu dienen sollte, mich vor Selbstüberschätzung und Frust zu retten, dann danke ich Dir für dieses Ansinnen. Ehrlich! Brauchst aber keine Angst haben, wird schon nicht passieren…! Ich bin Realist (und übrigens ganz bei Günter).
Back to business, anybody?!
Cheers, Sven

Re: Restauration im Ausland??? Der Blick gen Osten...

Verfasst: 5. Feb 2012, 20:53
von Josef Eckert
Hallo Depee,
die begreifen es nicht. Es hat keinen Sinn.
Erst gestern durfte ich wieder einen total vermurksten Wagen ansehen und der Besitzer glaubte mit ein paar Handgriffen ist alles ins Lot gebracht. Vor ein paar Jahren hatte ich ihm einen Rat gegeben, er hat ihn nicht befolgt - "Beratungsresistenz setzt sich immer mehr durch. Jetzt hab ich ihm eine Adresse gegeben wo ihm geholfen wird. Wenn er von dort den Kostenvoranschlag bekommt, wird er weiche Knie bekommen. Kein MG, nur ein Jaguar bei dem der Eigentümer glaubte in Eigenleistung die Schweller austauschen zu müssen, um 2000 Euro zu sparen. Jetzt wirds 5 stellig.
Schade dass es nur so geht.
Gruß
Josef

Re: Restauration im Ausland??? Der Blick gen Osten...

Verfasst: 5. Feb 2012, 22:40
von project6
Ach Kinder, wenn mit „die“ Leute wie ich gemeint sind, dann weiß ich nicht weiter. Wer ist denn hier beratungsresistent? Ich erkundige mich nach Optionen, erwäge diese und reflektiere die Gedanken eines interessierten Anfängers. Oder versteht man mich nicht bzw. nur falsch? Dass ich teilweise eine von euch abweichende, durch Prägung entstandene Meinung habe, ist Teil des normalen Lebens – und sicher nicht persönlich zu verstehen. Für mich ist das Thema damit zunächst abgeschlossen, weil es die Sache an sich nicht voranbringt.
Bye, Sven

Re: Restauration im Ausland??? Der Blick gen Osten...

Verfasst: 5. Feb 2012, 23:00
von Florian84
project6 hat geschrieben:Für mich ist das Thema damit zunächst abgeschlossen, weil es die Sache an sich nicht voranbringt.
Bye, Sven
Juhu, endlich können wir wieder in Ruhe über die Gestaltung des Forums, das sch*** Wetter und fehlenden Nachwuchs stänkern! :twisted:

Re: Restauration im Ausland??? Der Blick gen Osten...

Verfasst: 6. Feb 2012, 15:57
von achimroll
Hallo zusammen,

grundsätzlich stimmt es ja, was Darius sagt. Das, was ein Fachmann in dreijähriger Ausbildung lernt und was er dann durch langrährige Praxis an Erfahrungen sammelt, kann man nicht mal eben durch einen Kurs oder durch Lektüre ersetzen. Aber nun machen wir doch mal eine Rechnung auf.

Von 100 gelernten Handwerkern sind vielleicht 10 wirkliche Könner, wie Darius sie beschreibt. Wenn ich Jahr für Jahr sehe, welche Nasen, die ich in der Klasse 10 unterrichte, einen KFZ-Beruf erlernen, dann bin ich froh, dass ich mir inzwischen das meiste selbst angeeignet habe und nicht Gefahr laufe, dass diese Leute irgendwann mal an meinen Fahrzeugen herumwerkeln.

Bleiben wir bei den 10 Könnern. Wie viele von denen sind denn wohl bereit, ihr Können auch jederzeit einzubringen? Ein Stammtischkollege hat seine GT Karosse auf Empfehlung zu einem solchen Könner gebracht und detailiert die geplanten Arbeiten besprochen. Was nützt es ihm nun, dass der Chef ein Könner sein soll, letztendlich aber nachts irgendwelche Billiglöhner an seinem GT herum gebraten haben und das Ergebnis nun derart fehlerhaft ist, dass man sich gerichtlich auseinander setzt, da zudem für diese fehlerhafte Arbeit Unsummen an Euros aufgerufen werden? Es bleiben von den 10 Könnern also vielleicht 5, die ihr Können auch wirklich gewissenhaft einsetzen und weitgehend perfekte Arbeit abliefern.

Von diesen 5 sind nun aber 3 oder 4 derart von ihrem Können überzeugt, dass sie unverschämte Preise aufrufen. Nichts gegen ordentliches Geld für ordentliche Arbeit, aber 120 Euro pro Stunde halte ich auch im Karosseriebereich für reichlich überzogen und wenn dann noch maßlos Stunden aufgeschrieben werden?

Bleiben also 1 bis 2 von hundert, die es zu finden gilt, und die Bereitschaft, für die wirklich gute Arbeit auch die entsprechende Rechnung zu akzeptieren, wenn sie denn ehrlich erstellt wurde. Und nun sind wir bei dem nächsten Problem.

Ein guter GT steht mit vielleicht 15000 Euro in der Liste und um den zu finden, der bereit ist, diese 15000 Euro auch dafür zu zahlen, muss man einiges an Geduld aufbringen. Wenn ich allerdings für die gute Karosseriearbeit schon 10000 Euro auf den Tisch legen muss, noch einmal 5000 für die Lackierung, dann bleibt für den Rest nichts mehr über. Alles kein Problem, wenn Geld keine Role spielt, aber ein ungutes Gefühl hätte ich trotzdem.

Und so halte ich Svens Plan, sich einzuarbeiten und so lange zu üben, bis es klappt, für wirtschaftlich sinnvoll und auch machbar. Das Ergebis wird vielleicht nicht zu 100% so gut sein wie das des einen echten Könners unter hundert. Aber: Es wird mit einem GT kein unwiederbringliches Kulturgut zerstört, wenn Sven sich daran versucht, er wird sich mit vollem Einsatz an die Sache heran begeben und er wird hinterher ein Ergebnis in Händen halten, das er selbst geschaffen hat und bei dem er selbst jede Unzulänglichkeit rechtzeitig selbst erkennen und verbessern kann, wenn er damit nicht zufrieden ist. Zeit darf dabei allerdings keine Rolle spielen. Positiver Nebeneffekt: Er hat dann vieles erlernt und Erfahrungen gesammelt, die ihm keiner mehr nehmen kann.

Also Sven, nimm die Sache in Angriff, gib Dein Bestes und halte uns auf dem laufenden, wir es voran geht.

Nette Grüße
Achim Roll
MGDC

Re: Restauration im Ausland??? Der Blick gen Osten...

Verfasst: 7. Feb 2012, 13:31
von project6
hey achim, danke für den beitrag und die rückkehr zum thema. der letzte groschen bzgl. der sache ist sicher noch lange nicht gefallen. das wird dauern.
daher die frage: kennt jemand den laden von gábor bakos, der in ungarn (plz 6750 algyö) oldtimer restauriert???
bye!

Re: Restauration im Ausland??? Der Blick gen Osten...

Verfasst: 14. Feb 2012, 15:29
von StefanErgi
Hallo Sven,
hallo Achim,
hallo Rest :) ,

zimlich kontrovers was hier so geschrieben wird. Bin zum Teil erschüttert über die Engstirnigkeit des Denkens hier im Forum!
Wie habt ihr denn Eure Erfahrungen gesammelt? Wenn Keiner ausprobiert, etwas Neues versucht, würden wir heute noch an Lianen durch den Urwald turnen und auf den Erfinder des Rades warten. :mrgreen:
Nee, lasst Sven mal seine Erfahrungen mit polnischen Werkstätten machen. Bin ganz gespannt auf die Ergebnisse. Hab mir seine Karosse vor acht Tagen angesehen: Er hat gute preiswerte Hilfe bitter nötig!!!
Wenn dann das Ergebniss vor uns steht, können wir gern wieder drüber reden und diskutieren und die Rechnung aufmachen. Bis dahin sollten wir uns aber mit Mutmaßungen und Vorurteilen zurückhalten. Alles was ich hier über polnische oder "Ostblockwerkstätten" gelesen habe, habe ich auch bereits in guten deutschen Werkstätten erlebt - nur zu guten deutschen Preisen eben....

Ich trage mich jedenfalls auch mit dem Gedanken, die ein oder andere Arbeit beim Nachbarn machen zu lassen. Insofern bin ich froh von Svens Erfahrungen profitieren zu können. Es muss nicht immer der Concoursezustand erreicht werden. Mir reicht ein guter optischer und technischer Zustand vollkommen aus. Fahren muss die Kiste!

Just my 5 Cent...

Gruß Stefan

Re: Restauration im Ausland??? Der Blick gen Osten...

Verfasst: 14. Feb 2012, 15:42
von project6
hi stefan, hi rest... :-)
ja, ich werde sicher meine eigenen erfahrungen machen. am sonntag war ich in polen bei einem betrieb, der für mich nach dem check durchaus in frage kommen kann. denn selbst wenn einige der arbeiten im zweifel nicht 100%ig werden - was ich sogar bezweifle - kann ich die "feinheiten" immer noch beim fachmann um die ecke in berlin machen lassen. kann man hier genau lesen:
http://mgbgt.wordpress.com/2012/02/14/r ... czarnecki/
sicher werde ich mich auch mittelfristig in sachen schweißen aktiv und praktisch weiterbilden. ob ich dann hand an mein auto anlege, weiß ich allerdings noch nicht. sicher hingegen ist: ich werde weiter berichten...
cheers mates!
sven