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Ich kapier den SU nicht ganz.....

Verfasst: 12. Jan 2007, 07:36
von Kruschtle
Hallo Zusammen,

habe ein Frage was die Öldämpfung im SU-Vergaser angeht. (1500er Midget)
Wenn ich den Ölstand wie angegeben 13mm über die hohle Kolbenstange einfülle, muss doch ein Teil des Öls zwischen der hohlen Kolbenstange und der Führungsbüchse (mit Kugelführung) nach unten entweichen.
So richtig dicht sind ja solche Führungen nie.
Habe ich da was nicht verstanden? Muss ich über Nacht mein Midget auf den Kopf stellen, damit das Öl zurückläuft? Ich kann mir keinen Reim draus machen, warum der Ölstand so hoch eingefüllt werden muss.
Habe in sämtlichen Unterlagen und im Forum nix drüber gefunden.
Auch über die Kugel-Säulenführung meines SU’s habe ich noch nichts gefunden.
Habe ich da einen andern SU wie andere.......
Eigentlich habe ich kein Problem den SU mit Öl bis zum Anschlag vollzutanken...aber ich will’s verstehen!

Kann mir da jemand was dazu sagen?

Schon mal Danke.

Verfasst: 12. Jan 2007, 07:49
von jupp1000
Hallo Kruschtle,

das ist ja auch der Grund, weswegen der Ölstand gelegentlich kontrolliert werden soll. Das Öl verbraucht sich mit der Zeit, d.h. gelangt in den Ansaugkanal und wird mit verbrannt. Du musst deshalb nicht so penibel befüllen (13mm); was zuviel ist, läuft über und s.o.

Verfasst: 12. Jan 2007, 10:46
von Ralph 7H
Hallo Kruschtle,

das Dämpferöl verbraucht sich nur sehr langsam, die 13 mm Angabe bezieht sich auf den Füllstand der für eine gute Dämpfung maximal vorhanden sein sollte.
Der geringe Unterdruck, der die Kolbensteuerung bewirkt, beeinflusst den Ölstand kaum wahrnehmbar und bei richtiger Viskosität läuft auch nichts über, wenn nicht über die 13 mm hinaus befüllt wird.
Heinz hat ja schon erläutert was bei Überfüllung passiert.

So wie ich Deine Angaben verstehe hat Dein Auto die kugelgelagerten Dämpfer. In dem Fall würde ich immer versuchen die 13 mm einzuhalten, also nicht überfüllen. Die meisten Hinweise zum Dämpferöl verweisen auf 20 W 50, wegen der Kugellager würde ich aber ein synthetisches Öl vergleichbarer Viskosität vorziehen, damit ggf entstehende Ablagerungen (nach Überfüllung) nicht die Lager beeinflussen und zum Nachfüllen eine Injekionsspritze mit Nadel verwenden, dann muss die Klammer der Kolbenstange, die gleichzeitig als Anschlag gedacht ist, nicht abgezogen werden. Alternativ bietet sich das spezielle Dämpferöl an, dass auch nicht die vielen Aditive des Motoröls enthält.

In meinem B habe ich die HIF6 mit kugelgelagerten Dämpfern (Rover- teile, keine MG B Serien-/Nachrüstversionen) und verwende das Dämpferöl. Habe damit nie Probleme gehabt.


Damit jetzt niemand sich wundert:

Die Vergaser auf Krutschles Motor haben kugelgelagerte Steuerkolben, wie sie bei einigen späten Autos (nicht MG B !! sondern Triumph 1500 / MG Midget und Austiin Rover) verwendet worden sind.

Gruß vom Niederrhein

Ralph

Verfasst: 12. Jan 2007, 11:17
von Kruschtle
Hallo Ralph, Hallo Jupp,

danke für die Informationen. Jetzt weiß ich auf jeden Fall, dass der Vergaser auch orginal zum Auto gehört. Bei meinem Midget bin ich mir da nicht so ganz sicher gewesen. Ich habe manchmal den Eindruck der Kleine besteht zur Hälfte aus Schrott aus alten Flippern....

Was ich noch nicht ganz kapiert habe ist, dass der Füllstand des Öl mit 13mm über der hohlen Kolbenstange doch einer Überfüllung gleich kommt. In dem Moment wo ich das Öl über die Kolbenstange staple muss es doch automatisch durch die Kugelführungsbuchse wieder nach unten durchlaufen. Ich habe spaßhalber den Vergaser mit Spiritus gefüllt, und genau das ist eingetreten. Oder sollte diese Führung so dicht sein, dass sie das Öl hält? So dickflüssig ist ein 20W auch nicht.
Kann ich mir fast nicht vorstellen. Hmmmm....
Danke an Alle
Peter

Verfasst: 12. Jan 2007, 12:46
von Ralph 7H
Hallo Peter,

wenn Du mal nach einigen hunder Km nachschaust, wird sich der Füllstand nicht merklich verändert haben, solange die Belüftungsöffnung des Dämpfers nicht verstopft ist.

SU Butec gibt im Serice Manual zum Ölstand die folgenden Hinweise:

"Finally top up the piston damper with thin engine oil of grade S.A.E. 20 until the level is 13.0 mm (1/2 in) above the top of the hollow piston rod.

Note; On dust-proofed carburetters, identified by a transverse hole drilled in the neck of the suction chambers and no vent hole in the damper cap, the oil level sould be 13.0 mm (1/2 in) below the top of the hollow piston rod"

Wenn Du also ein Belüftungsloch in der Schraube der Dämpferstange hast (gewöhnlich normal beim MG mit SU Gleichdruckvergasern), wird der Ölstand über der Kolbenstange nicht "weggepumpt" oder abgesaugt da kein Vakuum dort entsteht und das Spaltmaß dort sehr fein ist. Bei der staubdichten Ausführung würde Deine Annahme natürlich stimmen, daher dann der geänderte Füllstand und ein modifizierter Dämpfer.

Hoffe Du kannst damit was anfangen.

Ach ja, bevor ich das vergesse, der Dämpfer selbst hat natürlich auch eine Abluftbohrung, er könnte sich sont nicht der Drehzahl entsprechend einstellen und würde nur in der obersten Stellung stehen wenn der Motor läuft.

Gruß vom Niederrhein

Ralph

Hoffe das erklärt etwas die

Verfasst: 13. Jan 2007, 17:22
von HarryM
:mrgreen:

Hi Kruschtle,

Check the piston damper oil level:

(a) Standard suction chambers. Unscrew the cap and withdraw the damper. Top up with engine oil (preferably SAE 20) until the level is just below the top of the hollow piston rod, refit the damper and screw the cap firmly into the suction chamber. (kleiner Schraubdeckel)

(b) Ball bearing suction chambers (early type). Unscrew the cap and carefully raise the piston and damper to the top of their travel. Fill the recess in the damper retainer with engine oil (preferably SAE 20), lower the damper until the cap contacts the suction chamber, repeat this procedure until the oil level is just visible at the bottom of the retainer recess. Screw the cap firmly into the suction chamber. t is essential that the bearing retainer is not displaced from its position in the piston rod. (grosser, flacher Schraubdeckel; Einsatz in der hohlen Kolbenstange)

(c) Ball bearing suction chambers (later type). Unscrew the damper cap and withdraw the damper. Top up with engine oil (preferably SAE 20) to within 6.5mm (0.25 in) of the top of the hollow piston rod. refit the damper and screw firmly. (grosser Schraubdeckel mit Dom)

Die Angaben stammen vom: "SU Service & Tuning Guide"
für HIF Type Carburetter Kit der Firma Burlen (Nachfolger von SU)

Bei den Saugglocken gabs zwei Ausführungen: einmal mit, und einmal ohne Querbohrung in die Saugkammer (da wo der Anguss von aussen sichtbar ist). Zu den Ausführungen gehörten dann entsprechend Dämpferschrauben ohne bzw. mit Belüftungsbohrung. Diese dürfen nicht gemixt werden!

mfG
Harry

Verfasst: 14. Jan 2007, 18:07
von Kruschtle
Hi Harry,
danke für die Angaben.
Hab's über Googel übersetzen lassen.
(Kommt immer was nettes bei raus...)

Auf jeden Fall ist die Sache mal geklärt.
Ich habe den Typ "c".

....Kugellager-Saugräume (neuere Art). Die feuchtere Kappe abschrauben und den Dämpfer zurücknehmen. Mit Motoröl (vorzugsweise SAE 20) bis innen 6.5mm (0.25 innen) der Oberseite der hohlen Kolbenstange aufschichten. refit den Dämpfer und fest schrauben. (groberes Schraubdeckel MIT Dom.....

Die Vergaser sind geputzt und den 5-7 Sekunden-Test haben sie auch bestanden.

Danke an alle, die mir geholfen haben.

Gruß vom
Peter

Verfasst: 15. Jan 2007, 01:42
von AlexP
Hallo Ihr Vergaser-Experten,
habe hier mal mitgelesen und leider nicht alles kapiert: Wo genau ist an dem Kolben ein Kugellager oder eine Lagerkugel? Gibt es Ausführungen, bei denen das Dämperteil mit dem Schraubdeckel nicht ganz herausgenommen werden kann und wie demontiert man das? Ich frage das, weil ich kürzlich so einen Fall hatte, bei dem der Deckel mit dem Stab nur etwas angehoben werden konnte zum Öl nachfüllen - und ich dachte, dass sich vielleicht innen ein Grat gebildet hat und das Kölbchen unten an dem Stab da nicht drüber kommt. Dann habe ich mal etwas fester gezogen und - wo rohe Kräfte sinnlos walten - hatte den Deckel mit Stab in der Hand und irgendetwas (mutmaßlich das Kölbchen mit der abgerutschten Sicherung) blieb unten in dem hohlen Kolbenschaft ... Von kugeligen Lagerungen habe ich aber bei der Demontage des Versagers nirgendwo nichts gesehen. Ratlos grüßt AlexP.

Verfasst: 15. Jan 2007, 09:17
von Kruschtle
Hallo Alex,

also bei meinem Vergaser verhält es sich wie folgt:
Der Schieber wird wie beim SU anhand der hohlen Kolbenstange geführt. Bei meinem SU ist zwischen dem Schieber und der hohlen Kolbenstange eine Lagerbuchse eingebaut, welche sich durch Kugeln führt. (Daher war es mir auch suspekt, wie diese Führungen gegen die Füllmenge ÜBER die hohle Kolbenstange dicht sein sollten)
Die Dämpfer jedoch lassen sich ohne Gewalt rausnehmen.
Der Ölstand wird dann bei meinen SU's nur bis Oberkante der hohlen Kolbenstange aufgefüllt. (abzüglich Verdrängung durch Dämpfer)
Dann sabbelt auch nix drüber.

Dies ist aber anscheinend eine Variante, welche bei späten MG's eingesetzt wurde. Bei den anderen SU's findet sich keine solche Kugel-Buchse. Hoffe Dir geholfen zu haben.
Gruß Peter

Verfasst: 15. Jan 2007, 10:13
von Ralph 7H
Hallo Axel,

erkennen kannst Du die kugelgelagerten SU's an einem breiteren Flansch für die Dämpferschraube.

Die Kugellager führen die Dämpferstange an der Außenseite, also unter der Glocke und sind beim MG B 4 Zylinder nie in Serie eingebaut worden.
Diese Vergaser besitzen einen Sicherungsring, der die Kolbestange des Dämpfers im Kolbenrohr halten soll und den Ölverbrauch dort (aus Abgasgründen) minimieren hilft. Wird bei diesen Vergasern irrtümlich der Dämpferkolben gezogen, muss diese Federsicherung mit geeigneter Zange oder Schraubenzieher wieder in die Kolbestange eingedrückt werden. Will man sich die Sauerei beim Befüllen mit Auf- und Abbewegen des Dämpfers sparen, ist eine Injektionsspritze bei diesen Vergasern ein wertvolles Werkzeug zum Nachfüllen.

Bei der Ballbearing Variante ist also die Kolbenstange des Dämpfers durch eine 'Feder' befestigt und die zwei Kugellager zur Führung des Kolbens befinden sich an der Außenseite der hohlen Achse unter der Glocke. Sie gleiten in der Führung der Glocke und sind nur nach deren Entfernen zu sehen.

Hope that helps.

An Alle interessierten:

Wir sollten mal über einen Vergaserworkshop nachdenken, bei den gewöhnlichen Werkstätten ist wohl immer weniger Hilfe zu bekommen, da kennt sich kaum noch jemand aus und die SU's sind in jeder Hinsicht so simpel zu servicen und äußerst einfach in der Einsellung und Synchronisation, dass jeder Fahrer sie selbst warten kann (wenn man das mal gesehen und nachgemacht hat) .

Gruß vom Niederrhein

Ralph

Verfasst: 15. Jan 2007, 10:51
von Kruschtle
Bei meinen Kugelsäulenführungen-SU habe ich kein Problem mit dem Herausnehmen der Dämpfer.
Diese sind nicht gesichtert und lassen sich leicht heraus ziehen.
Eventuell noch eine Untervariante?
Ich werde mich mal mit dem Thema Vergaser intensiv auseinander setzen.


Die Idee mit dem Vergaser-Workshop fände ich sehr gut! Vielleicht findet sich zwischen Niederrhein und Hochschwarzwald die Möglichkeit dazu.

Gruß Peter

Verfasst: 15. Jan 2007, 20:20
von HarryM
:mrgreen:

Ein bild sagt mehr als tausend Worte:

Bild

mfG
Harry

Verfasst: 15. Jan 2007, 20:26
von achimroll
Hallo zusammen,

in letzter Zeit hat der MG Drivers Club ja verschiedene Workshops angeboten. Einen speziellen Vergaserworkshop gab es meines Wissens zuletzt 2001 beim Frühjahrstreffen in Kamen. Danach wurde im Rahmen von MG Workshops verschiedentlich das Thema Vergaser mit behandelt.

Falls sich jemand bereit erklärt, die Organisation vor Ort zu übernehmen, können wir gerne einmal wieder einen Vergaserworkshop anbieten. Der MGDC hilft dabei in verschiedenerlei Hinsicht:

- Vermittlung von Fachleuten
- Erstellen, Druck und Versand von Einladungen
- wir tragen das finanzielle Risiko, wenn eine schlüssige Kalkulation vorliegt

Der Veranstalter vor Ort hätte sich um folgendes zu kümmern:

- Organisation eines Veranstaltungsraums
- Absprache eines Termins mit einem entsprecheden Fachmann
- Organisation der Verpflegung am Veranstaltungstag
- erstellen einer groben Kalkulation
- Entgegennahme der Anmeldungen und finanzielle Abwicklung

Die letzten Workshops haben gezeigt, dass mit 10 - 15 Teilnehmern optimal gearbeitet werden kann.

Sollte also jemand aus dem Kreis unserer Mitglieder Interesse daran haben, einen Workshop für den MGDC auszurichten, gerne auch zu anderen Themen, so melde er sich bitte bei mir.

Nette Grüße
Achim Roll
MGDC

Verfasst: 15. Jan 2007, 22:25
von Andreas
Ich kann aus eigener Erfahrung (Teilnehmer bei Technik-Workshops, Referent bei Technik-Workshops, Veranstalter von Technik-Workshops) Achims Beitrag nur unterstützen. Vor allem die Organisation von Workshops ist absolut problemlos zu handhaben. Erfahrungsgemäß bekommt man die benötigten Teilnehmer locker binnen kurzem zusammen, und die teilnehmenden Jungs und Mädels haben stets großen Spaß und sind absolut dankbar.

Insofern: Viel Spaß für ganz wenig Aufwand - und mit einer Backup-Zusage eines Clubs bleiben doch eigentlich gar keine Fragen mehr offen, oder?

In der Minimalversion brauchts eine Werkstatträumlichkeit mit 2 voneinander getrennten Arbeitsplätzen, eine Hebebühne (falls auch beim Vergaserworkshop mal wer unters Autogucken will), Kaffee und Kekse, mittags 'ne Suppe, 2 Referenten (da kann man dann kleinere Gruppen bilden), 2 Musterautos, ein paar alte Vergaser zum Befingern, Schulungsunterlagen (stehen in verschiedensten Versionen zur Verfügung). Erfahrungsgemäß lassen sich hier auch Werkstattbetriebe vor Ort als Spender der Räumlichkeit gewinnen - ist ja ne nette Werbung für den Betrieb. Dann noch Werbung im Internet und am Stammtisch, Inkasso, und los gehts...

Gruß, Andreas

Verfasst: 18. Jan 2007, 01:12
von AlexP
Ihr Lieben, wenn ich mal wieder an der Menschheit zweifeln sollte, poste ich eine Frage in diesem Forum. Die überwältigende Hilfsbereitschaft versöhnt mit der Welt, auch wenn sie voller kaltherziger Zulassungsbeamter, selbstgerechter TÜV-Prüfer und geldgieriger Werkstattbesitzer wäre. Also heftigen Dank für Text und Bild und all die Mühe, den Durchblick zu fördern. Die erste gute Nachricht: Nun habe auch ich das Layout des gekugellagerten Dämperkolbendämpfers kapiert. Die zweite: So neumodischen Schnickschnack haben meine SUs nicht. Die schlechte: Dass die Dämpferkolben aus dem hohlen Kolbenrohr des Kolbendämpfers nicht heraus zu bringen sind, ist also wirklich nicht normal, da es ja den gezeigten oberen Sicherungsring nicht gibt, sondern in den Tiefen des Kolbenrohrs etwas blockiert. Meine Vermutung: Da ist jemand lange Zeit ohne Öl gefahren und mangels Dämpfung hat das Messingkölbchen im Kontakt mit dem Kolbenrohr dieses oder sich selbst deformiert. Naja, es gibt ja noch ein paar lange Winterabende ...
Viele Grüße aus dem Dämpferrohrkolben, äh, Kolbenrohr ;-) AlexP