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Rahmenvermessung MGB
Verfasst: 30. Okt 2002, 20:54
von MIG
Hallo Zusammen!
Leider hat ein unaufmerksamer Mercedesfahrer meinen B links vorne als Bremshilfe verwendet. Nun habe ich festgestellt, dass die Vorderachse links ca 1,5 cm nach hinten verschoben ist - auf den ersten Blick - Rahmen am Übergang zum Bodenblech gestaucht!
Im deutschen Werkstatthandbuch gibt es zwar ein paar Rahmenmasse aber bei ausgebauten Achsen scheinen mir diese nicht besonders nützlich. Gibt es noch andere Quellen? Hat jemend Erfahrung mit Rahmenrichten? Wie ist vorzugehen?
Bin für jeden Tip dankbar!
Gruss
Michael
Verfasst: 5. Nov 2002, 13:53
von Peter Goebel-Vollerthun
Hallo Michael,
es gibt verschiedene Ausführungen der Werkstattbücher. Ich habe die Ausgabe, in welcher auf zwei DIN A4 Seiten die Karosse dreidimensional gezeichnet ist. Alle Masse sind mittels Lot nach unten projiziert. Mit diesen Maßen solltest Du zu einem Karosseriebauer gehen, der über eine Richtbank verfügt. Er wird den linken Motorträger hydraulisch strecken und anschließend vermessen können. Anschließend muss die Spur eingestellt werden; Knitterfalten werden aber sichtbar bleiben, weiter empfiehlt sich eine Überprüfung der Schweisspunkte. Falls Du das Buch nicht hast, kann ich Dir eine Kopie schicken.
(In südlicheren Gefilden mit entsprechender Mentalität wird bis heute das "Kette-Baum" Verfahren angewendet: Eine stabile Kette wird an einem noch stabileren Baum befestigt, das andere Ende am Motorträger. Nun rollt man den Wagen soweit zurück, dass die Kette fast stramm ist und schiebt mit vereinter Kraft in kurzen Intervallen den Wagen nach hinten. Vorsicht, die Masse des Wagens kann allerhand anrichten !)
Good luck
Peter
Verfasst: 5. Nov 2002, 21:17
von Andre
Hallo Peter,
das "Kette-Baum-Verfahren" wird nicht nur in südlichen gefilden praktiziert, auch hier im hohen Norden. In jugendlichen Jahren habe ich auch schon einmal einen verunfallten Nissan Micra auf Nachbars Hof an den Baum gebunden. Mit Gefühl ging das ganz gut.
Gruß Andre
http://www.triumph-herald.de
Verfasst: 5. Nov 2002, 22:18
von vdr
Man sollte in jedem Fall volles Vertrauen zur Kette haben und über Spurtqualitäten eines gedopten Ben Johnson verfügen. Ich habe dieses Verfahren einmal mangels Alternative im Urlaub angewendet um einen seitlichen Frontcrash notdürftig zurechtzubiegen. Nachdem die Kette, nachdem sie gerissen war, mit voller Energie den beim Crash unverletzt gebliebenen Scheinwerfer zertrümmert hatte, natürlich nicht ohne auch noch eine Beule in den Kotflügel zu schlagen, und das alles auf der heilen Seite der Front, hatten wir unsere Not, den Wagen nicht rückwärts im Mercedes unseres Gastwirtes einschlagen zu lassen.
Aber wir lachen heute noch über diese Geschichte, auch was positives.
du kannst ja über deine Erfolge berichten,
Viel Spass,
Henning
Verfasst: 7. Nov 2002, 16:32
von MIG
Ich habe auch schon an eine Seil-Betonpfeilerlösung gedacht - bin mir aber nicht sicher ob das alles mit eingebauter Achse funktioniert. Wenns fachgerecht sein soll müsste wohl der Motor, die Achse und noch so ein paar Kleinteile aus der Aufprallgegend entfernt werden um dann entweder einen neuen Träger einzuschweissen oder das Ganze auf einer Richtbank gerade zu ziehen. Vielleicht probier ich zuerst die "südliche" Methode und wenn das nichts bringt die Aufwendige.
In meinem Buch sind nur eine Seiten- und eine Draufsicht dargestellt.
Gruss
Michael
Verfasst: 8. Nov 2002, 10:48
von Ole
Hallo Michael,
es klingt vielleicht doof, aber wenn Dir der Mecedesfahrer reingefahren ist, warum bringst du den Wagen nicht einfach in die Werkstatt Deines Vertrauens und lässt Dir den Schaden von der gegnerischen Versicherung bezahlen ?
Mittlerweile kenne ich diese ganze Prozedur ganz gut, da mein Alltagsauto innerhalb eines Jahres dreimal von hinten angeschoben worden ist !
Gruß
Ole
[Dieser Beitrag wurde von Ole am 08.11.2002 editiert.]
Verfasst: 9. Nov 2002, 09:17
von MIG
Hallo Ole!
Du hast natürlich recht - das wäre die einfachste Lösung. Aber ich fahre MG auch weil mir das basteln daran tierischen Spass macht und meinen ersten habe ich jetzt seit 12 Jahren und ich kenne jede Schraube persönlich. Ich betrachte eine noch unbekannte Reparatur als Herausforderung. Und jetzt kommt eh der Winter - lange gemütliche Abende in der Scheune mit oelverschmierten Gleichgesinnten! Naja BMW und VW Bastler - doch nicht so ganz gleichgesinnt.
Und wenns gar nicht funktioniert muss ich eh zum Karosseriebauer meines Vertrauens - aber das klappt schon!
Gruss
Michael