auf einem Verteiler-Prüfstand
Ob die Kurve/Werte noch so "original" sind wie am ersten Tag hängt vom Zustand des Verteilers ab (Verteilerwelle, Nocken,Gewichte, Federn,die Vakuum-Verstellung usw.).
Grüße vom alde Mann, Michel
Moderatoren: Gagamohn, JuanLopez, Xpower, Krukkuz
Hallo Thomas,Kometa hat geschrieben:Liebes Forum,
ich möchte hier kurz eine verteilerrelevante Frage anschließen: Gibt es eine Möglichkeit, die originale Zündkurve eines Verteilers unter Einbezug von Unterdruck und Fliehkraftverstellung einigermaßen genau zu ermitteln? Ich würde gern eine programmierbare Zündung (123 Tune/Megajolt) probieren, da aber der MG-Motor bei mir in einem Hanomag-Wohnmobil werkelt, vermute ich, dass die mitgelieferten Kurven wohl nicht ganz passen werden. Da hätte ich ganz gern schon vorher ein einigermaßen passendes Setting. 37-41 Grad KW verstellt der Verteiler bei 4000/min ohne Unterdruck.
1000 Dank und beste Grüße,
Thomas
Heiko,HeikoVogeler hat geschrieben:In diesem Thread werden m.E. Annahmen getroffen, die nicht unbedingt zutreffen.
Es ist nicht sinnvoll, blind der laut Papier originalen Zündkurve, nachzulaufen. Die Motoren sind längst nicht im originalen Zustand. Entweder augelutscht oder revidiert. Anzunehmen, dass die originale Kurve die beste ist, bringt nicht mehr als einen Startpunkt für die Optimierung. Man muss verechiedene kurven probieren und dann sehen, wo es am besten geht. M.E. ist die genaue Zündkurve gar nicht sooo wichtig. Wichtig ist, dass gerade unten bei den niedrigen Drehzahlen die Federn noch recht straff sind, man dann beim Blitzen ungefär die Stützpunkte des WHB trifft. das reicht.
Viel wichtiger für die Leistungsentfaltung sibd die Vergaser - Vorausgesetzt die Zündungverstellung ist zuverlässig.
Aus dem Kerzenbild auf den Vergaser zu schließen, der magerer oder fetter einzustellen ist, ist auch eher vage. Die Vergaser münden beide in dieselbe Ansaugbrücke. Dort wird das Gemisch der beiden Vergaser verwirbelt. Meiner Erfahrung nach ist das ergebnis reiner Zufall, wenn man an den Vergasern rumdreht, ohne sie einmal von grund auf geprüft, revidiert und vor allem exakt gleich eingestellt zu haben. Glocken ab, Nadeln und deren Sitz prüfen. Düsenhöhe exakt gleich zur Brücke nach Vorgabe einstellen. Unterdruck der Glocken auf gleichmäßigkeit testen, Federn prüfen. Natürlich auch die Wellen und Drosselklappen auf Dichtigkeit. Dann das Gestange sorgfältig einstellen, dass die drosselklappen wirklich gleichzeitig gehen, dann an laufenden motor prüfen, dass die kolben wirklich gleichzeitig und gleichmäßig hich gehen, wenn man gas gibt und gleichmäßig unterdruck entsteht. kann man alles in den SU Unterlagen im Web nachlesen. Dann geht nichts über eine zuverlässige gemischmessung. alles andere, zischgeräusch oder glaskerzen bringt nichts. lieber mal geld ausgeben auf einem prüfstand und es einmal richtig machen in versvhiedenen lastbereichen als ewig auf verdacht rumdrehen. Aber Vorsicht: Die "Fachleute" am Rollenprüfstand agieren manchmal auf sehr dünnem Eis. Nichts einreden lassen, immer kritisch mitdenken.
Das korrekte Kerzenbild ist übrigens durchaus heller als auf dem foto. Eher weiss mit leichtem touch ins hellbraun als rehbraun. Zu mager merkt man schnell, weil der motor nicht mehr gut am gas hängt. Vor allem darauf achten, ob der motor inhöheren drehzahlen nicht mehr weiter willig hochdreht. da wird es gern zu mager. Ich habe lange geglaubt, dass die alten englischen Eisenmotoren halt nicht gern über 3000 gedreht werden. Irrtum. Mit genug fettem Gemisch gehen die da nochmal richtig freudig ans Werk.
Bin gerade wieder dienstlich auf Autobahn und Landstrassen 1000km rumgefahren. Da merkt man nicht, dass das Teil über 40 Jahre alt ist. Im Gegenteil. Ich muss unbedingt meine überholrisikofreudikeit wieder in den Griff kriegen. Das geht so flott, dass man doch schon mal etwas viel riskiert.
Hallo Günther,Günter Paul hat geschrieben:Schöne Beiträge von euch ,Heiko und Josef , danke dafür .
Und natürlich muss auch ich mich wieder zu Wort melden![]()
.
, wie du richtig schreibst ist die Erwartung an einen alten Motor nicht unbedingt an die alte Kurve zu koppeln , da kann sich viel verändert haben .
Josef Eckert hat geschrieben:Heiko,
ich habe nur fast jeden Tag Verteiler auf dem Prüfstand und mache das beruflich. Ich bezweifle einfach manche Deiner Thesen, weil ich fortwährend Zündungs- und Vergaserprobleme lösen muss, weil die Besitzer der Fahrzeuge mit ihrem eigenen Latein am Ende sind.
Und das was Du schreibst zwickt mich schon, weil es andere verleiten könnte auch solche "Modifikationen" wie Du zu machen. Bei einen Verteiler auf gut Glück an den Fliehkraftfedern rumzuspielen sollte jeder der keinen Prüfstand hat bitte lassen. Diese "Modifikationen" rückgängig zu machen, wenn es in die Hose gegangen ist ist selten einfach und was ich täglich sehen muss an verbastelten Verteilern und Vergasern ist schon gräuslich. Da ist es eine Wohltat dass es 123 Ignition gibt, die man dann wenn alles verspielt ist einsetzen kann. Die überspielt sogar total vermurkste Vergaser.
Nur ein Loch oder extremes Pitting im Kolben oder Zylinderkopf kann sie auch nicht verhindern, wenn der Motor an der Magergrenze gefahren wird oder die Fliehkraftfrühzündung viel zu stark eingestellt ist. Die gefühlte Leistungssteigerung geht einher mit erheblicher zusätzlicher Belastung des Motors und der Gewinn ist klein gegenüber dem Schaden der auf Dauer im Brennraum angerichtet wird. In der Formel 1 kann man soetwas kurzfristig machen, wenns um die erste Startreihe geht, aber sonst würde ich die Finger von solchen Experimenten lassen.
Gruß
Josef
Gruß
Josef
Josef Eckert hat geschrieben:Josef Eckert hat geschrieben:Heiko,
ich habe nur fast jeden Tag Verteiler auf dem Prüfstand und mache das beruflich. Ich bezweifle einfach manche Deiner Thesen, weil ich fortwährend Zündungs- und Vergaserprobleme lösen muss, weil die Besitzer der Fahrzeuge mit ihrem eigenen Latein am Ende sind.
Und das was Du schreibst zwickt mich schon, weil es andere verleiten könnte auch solche "Modifikationen" wie Du zu machen. Bei einen Verteiler auf gut Glück an den Fliehkraftfedern rumzuspielen sollte jeder der keinen Prüfstand hat bitte lassen. Diese "Modifikationen" rückgängig zu machen, wenn es in die Hose gegangen ist ist selten einfach und was ich täglich sehen muss an verbastelten Verteilern und Vergasern ist schon gräuslich. Da ist es eine Wohltat dass es 123 Ignition gibt, die man dann wenn alles verspielt ist einsetzen kann. Die überspielt sogar total vermurkste Vergaser.
Nur ein Loch oder extremes Pitting im Kolben oder Zylinderkopf kann sie auch nicht verhindern, wenn der Motor an der Magergrenze gefahren wird oder die Fliehkraftfrühzündung viel zu stark eingestellt ist. Die gefühlte Leistungssteigerung geht einher mit erheblicher zusätzlicher Belastung des Motors und der Gewinn ist klein gegenüber dem Schaden der auf Dauer im Brennraum angerichtet wird. In der Formel 1 kann man soetwas kurzfristig machen, wenns um die erste Startreihe geht, aber sonst würde ich die Finger von solchen Experimenten lassen.
Gruß
Josef
Hallo Günther,Günter Paul hat geschrieben::shock: ,,,Aber Josef , das ist nicht in Ordnung , wenn du hier die total vermurksten Verteiler anführst und dann in Verbindung mit einem Mann bringst , der nun wirklich in knapp 1000 Beiträgen gezeigt hat , dass er Sachverstand hat und der hier deswegen geschätzt wird .
""Die überspielt sogar total vermurkste Vergaser.""
Das ist nicht richtig , das ist falsch und sollte hier niemanden bewegen dewegen eine 123 zu kaufen .
Schönen Sonntag noch .
Günter