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Preiseinschätzung: MGB GT 1968

Verfasst: 14. Feb 2026, 13:21
von texter
Liebe MG Driver, da bei mir dieses Jahr ein immobilies Projekt ansteht, muss ein mobiles wahrscheinlich weichen.
Bevor ich aber ernst mache und den GT wirklich zum Verkauf anbiete, würde mich eine grobe Einordnung des Markts und des Verkaufspreises interessieren - und da kommt ihr ins Spiel :wink:

Wie seht ihr die Verkaufschancen und preisliche Einordnung für diesen 1968er MGB GT:
- US-Modell
- dunkelblau, Lack eher Kategorie "Okay", definitiv keine Concours-Lackierung
- Speichenräder mit neuen Reifen
- Innenausstattung neuwertig in blauem Kunstleder mit hellblauen Kedern bezogen
- technisch gut (2025: Vergasereinstellung, Motoröl/Differenzialöl/Getriebeöl, neue Kerzen, Kompression gecheckt, neue Teleskopdämpfer hinten, div. Kleinigkeiten)
- Edelstahlauspuffanlage
- Original Holzlenkrad
- Statt der originalen Sitze (gibt es ebenfalls)sind aktuell klassische schmale Sportsitze verbaut (Cord, deutlich mehr Halt und weniger Schwitzen)

Bild

Re: Preiseinschätzung: MGB GT 1968

Verfasst: 15. Feb 2026, 08:12
von PepeHD
Das, was der Käufer bereit ist auszugeben, das ist er wert.

Wichtig sind eine umfangreiche ehrliche und sachliche Beschreibung und dementsprechend gute Fotos....und ein bisschen TÜV.

Anzeigen mit "Wertsteigerungspotential"🤣, "hat mich nie gestört"-Mängeln, werden von mir persönlich gemieden.

Mache Dir doch mal Gedanken darüber, warum ein Interessent genau deinen Wagen kaufen soll.

Re: Preiseinschätzung: MGB GT 1968

Verfasst: 15. Feb 2026, 08:38
von 2sheep
Stimme dem voll zu.
Nur aufgrund eines Bildes und der Information dass eine gewisse Wartung stattgefunden hat, ist hier nichts wirklich zu sagen.
Am wichtigsten ist der reale Zustand der Karosserie- und der bleibt im völlig dunklen.
Eine Ermittlung dieses Zustands ist gar nicht so einfach.
Setzt einiges an Erfahrung und Zeit bei der Inspektion voraus. Dazu auch nötiges Instrumentarium (Endoskop, Schichtdickenmesser, z. B.).
Ich würde mir das als Besitzer eines Roadsters beim GT schon nicht wirklich zutrauen, da dort ein Haufen zusätzlicher Fallstricke lauert.

Lange Rede kurzer Sinn, wie oben schon geschrieben: Er ist Wert, was gezahlt wird…

viele Grüße
Matthias

Re: Preiseinschätzung: MGB GT 1968

Verfasst: 15. Feb 2026, 10:32
von Uwe K
Um es mal etwas konkreter zu machen: Classic Data bewertet einen GT MK2 (wie oben) im Zustand 3 mit rund 10 T€. Das gibt ggf. schon mal einen Orientierungsrahmen.

Problem ist, dass viele mittelmäßige Autos auf dem Markt sind und die Nachfrage eher geringer als das Angebot ist. Verkauf braucht also Geduld oder Glück oder man macht es eben über den Preis.

Grüße,
Uwe

Re: Preiseinschätzung: MGB GT 1968

Verfasst: 15. Feb 2026, 14:42
von Ralph-Peter
Classic Data kann mann, meiner Meinung nach, in die Tonne kloppen. Das sagt gar nichts mehr aus. Das sind, nach meinen Erfahrungen, meißt Gutachten um dem Fahrzeughalter etwas Gutes zu tun. Wenn der Classic data Gutachter vorher schon fragt, was denn hinterher bei rauskommen soll :? :? :? Ich hatte hier schon Gutachten von Classic Data, da war der Gutachter selber der Eigentümer und Erbauer des Fahrzeuges. Ein Haufen Müll aus 5 verschiedenen Modellen zusammengebaut, gar nicht original, mit schrottigem Motor, Ölverlust,..... Stand da doch glatt eine Eins im Gutachten, mit seiner eigenen Unterschrift.
Also damit kann mann sich inzwischen den Allerwertesten abwischen.

Re: Preiseinschätzung: MGB GT 1968

Verfasst: 15. Feb 2026, 16:52
von Ralph-Peter
Auch wenn bestimmte Modellreihen preislich alle in einen Topf gepackt werden, ob es nun das Erstlingsmodell oder das letzte unbeliebte Modell war, ist für mich wenig glaubwürdig und auch nicht nachvollziebar.
Ich beschäftige mich seit über dreißig Jahren mit Honda Four Modellen und kann eigentlich über diese Gutachten nur laut lachen.
Da werden, in meinem Falle Honda Motorräder, auf ich sage mal 6000 Euro im Zustand 2 in der tollen Classic Data Liste bewertet, auf dem freien Markt liegen gute Modelle aber alle über 10.000 Euro und mehr. Die Calssic Data Gutachter vor Ort haben leider auch meißt keinen blassen Schimmer von den Fahrzeugen, die sie bewerten müssen und fragen eben den Besitzer aus. Also aus meiner Sicht, immer völlig an der Marktsituation vorbei.

Da kommen hier teilweise Kunden bei mir in die Werkstatt, stolz wie Oscar, halten mir ein Gutachten unter die Nase mit Zustand Eins , für Ihr selbst aufgebautes Motorrad und ich muss dann leider erst einmal eine 2 Seiten lange Mängelliste schreiben. :o Spass macht mir das aber nicht, davon mal ab. :(

Re: Preiseinschätzung: MGB GT 1968

Verfasst: 16. Feb 2026, 07:07
von PepeHD
Ach das liebe Thema mit den Gutachten.
Da der Begriff nicht geschützt ist, kann jeder seine eigenen Gutachten erstellen.
Ich kannte mal einen Uhrenhändler aus S, der hatte seine Uhren immer mit "Hausgutachten über XXX€" beworben, wobei der VK immer der halbe begutachtete "Wert" betrug.
Wer heutzutage nich auf den Gutachtenmist hereinfällt ist selbst schuld.

Re: Preiseinschätzung: MGB GT 1968

Verfasst: 16. Feb 2026, 10:16
von pfl
Das Gutachtenproblem ist auch aus meiner Sicht wirklich so wie beschrieben. Aber die Frage war ja nicht nach einem Gutachten oder einer Einschätzung nach "Preisliste" (@ Ralph-Peter: Ich teile Deine Meinung daß gute Fahrzeuge meist nicht für den"Listenwert" zu bekommen sind) sondern vielmehr wie man denn dieses Auto ansetzen soll.

Zum Blechzustand ist leider nichts gesagt worden - ich gehe aber mal davon aus daß nichts Massives sichtbar ist. Dann hätten wir hier bei der Beschreibung einen guten GT in einem gebrauchsfähigen aber nicht Concour Zustand.

Den würde ich heute zwischen 15.000 und 18.000 ansetzen und erst mal sehen wie der Markt drauf reagiert. Dazu gehören natürlich eine ehrliche und ausführliche Beschreibung und möglichst viele Bilder, auch Unterboden und Motorraum. Eine Zustandsnote würde ich nicht nennen da die zwischenzeitlich als Zusicherung interpretiert werden kann. Auch wie schon erwähnt Füller wie Wertsteigerung etc. haben in der Beschreibung nichts verloren.

Wenn durch das Immobilenprojekt ein Zeitdruck entsteht dann ist das negativ denn schnell findet sich für diese Autos ein Käufer nur wenn ein deutlicher "Schnäppcheneindruck" entsteht - wenns schnell gehen muss ist unter 10K sicherlich zu erwarten. Der Verkauf eines solchen Autos zu einem anständigen Preis braucht Zeit und Geduld.

Grüße
Peter

Re: Preiseinschätzung: MGB GT 1968

Verfasst: 16. Feb 2026, 11:02
von Wesley2018
Guten Morgen ,
wie Peter richtig schreibt ,mit Druck verkaufen ist schlecht. Ich habe letztes Jahr meinen Sebring V8 (Rennwagen aus England )verkauft ,hat ein Jahr gedauert ,habe aber den Richtigen Käufer gefunden der ohne handeln meinen Preis gezahlt hat. Seit ein paar Monaten biete ich meinen GT v8 LH an und auch da habe ich meine Preisvorstellung zu der ich verkaufen würde . Ich fahre ihn einfach weiter bis der Richtige kommt.

Gruß
Rolf

Re: Preiseinschätzung: MGB GT 1968

Verfasst: 17. Feb 2026, 12:04
von Liberolix
Hallo,
ganz allgemein gilt "der Markt ist sowas von tot, aber wer weiß schon, wann er wieder kommt....." :D

Wer in den einschlägigen Portalen regelmäßig unterwegs ist und auch schon länger, entdeckt immer wieder die gleichen Angebote - manche kennt man schon über mehrere Jahre. Wenn man aber in die Markt Preisliste 2025 guckt, stehen da noch schöne Preise - da gibts für
Note2: 17k
Note3: 12k
Note4: 7k
Denke, daran orientieren sich auch die meisten und wer keinen ZeitDruck hat, wartet eben -
oder er lässt es einfach einen Händler versuchen und irgendwann dann den nächsten :wink:

Gut verkaufen lassen sich nur noch Besonderheiten und normaler Durchschnitt geht nur noch über den Preis weg. Aber wer damit dann auch zu langsam und kauserig runtergeht - Käufer verlieren schnell das Interesse. Fahrbar mit HU geht natürlich immer etwas besser, aber wichtig sind immer FotosFotosFotos. Man kann (sollte) sich das ganze Gelaber drumherum einfach sparen. Aber auch nicht nur den Lack zeigen, sondern auch das Blech und die "inneren Werte". Nur wer alles zeigt, was Sache ist (Motorraum, Kofferraum ohne Teppiche, Unterboden auch an den kritischen Stellen, Fahrwerk vorne hinten) kurz beschreibt, was in den letzten Jahren alles gemacht wurde, hat eine Chance, dass KaufInteressierte überhaupt kommen. Dann sollten sie allerdings schon wissen, was sie erwartet und nicht genervt wieder abfahren. Ordentliche VorabInformationen spart doch beiden Seiten die Zeit und Nerven.


Wer schnell verkaufen will/muss, sollte sich den Preis genau überlegen und möglichst nicht zu hoch ansetzen. Das schreckt die meisten eher ab und man guckt noch eine Weile zu, aber irgendwann auch nicht mehr. Hilfreich für Verkäufer ist selber den Markt zu beobachten. Was schnell wieder verschwindet, wurde wahrscheinlich nahe am angebotenen Preis verkauft. Empfehle sich selber auch mal in die andere Lage des Gegenüber zu versetzen "was würde mich selber ansprechen?"

Und Du brauchst ja nur den Einen, der nicht mehr "Nein" sagen kann. :D
Hannes

Re: Preiseinschätzung: MGB GT 1968

Verfasst: 17. Feb 2026, 14:15
von andreas.clausbruch
Hallo,
eine realistische Preisschätzung erscheint mir in diesem Fall fast schon unmöglich: Ohne den rostmässigen Karosseriezustand zu kennen, vermutlich ein GT ohne overdrive, möglicherweise Thermolack, den niemand bearbeiten/ nacharbeiten möchte und zudem als US Modell mit dem Risiko, dass in der Vergangenheit mit keinem oder wenig Fostschutz gefahren wurde....
Vor jedweder Preisdiskussion empfehle ich daher dringend eine sachkundige Bestandsaufnahme. Auf solcher Basis lässt sich dann einschätzen für wen das Fahrzeug von Interesse sein könnte und daraus sich ergebend eine mögliche Preisspanne.
Mein erster Eindruck: selbst bei einem niedrigen Preis nichts für Einsteiger da hohe Kosten-/Nachbesserungsrisiken.
Nichts für Ungut & octagonale Grüße Andreas

Re: Preiseinschätzung: MGB GT 1968

Verfasst: 17. Feb 2026, 16:50
von Liberolix
andreas.clausbruch hat geschrieben: 17. Feb 2026, 14:15 .....
...........realistische Preisschätzung erscheint .......unmöglich
......... Karosseriezustand [?]
......... Overdrive [?]
......... Thermolack [?]
..........US Modell mit Risiko kein......... Frostschutz gefahren[?]
..........selbst bei niedrigem Preis nichts für Einsteiger ........hohe Kosten......risiken.
..........
Hallo Andreas,

tja, da hast Du wohl recht und wahrscheinlich .....man fragt sich dann doch warum wird nicht nachgeliefert?
Wohlmöglich wusste der TE auch schon das meiste hier.

Wo ist der eigentlich hin ?

"texter, bitte melde Dich"
:mrgreen:

Hannes

Re: Preiseinschätzung: MGB GT 1968

Verfasst: 17. Feb 2026, 17:21
von PepeHD
...oooch,das sehe ich nicht so....mit einem niedrigen Preis ist das wohl etwas für einen Einsteiger ( wenn keine Blecharbeiten anliegen).
Mein MGB hat im August '24 6500.-€ gekostet...und war dennoch etwas überbezahlt (der Preis ist von anfänglichen 9500.-€ immer wieder gesenkt worden)

Re: Preiseinschätzung: MGB GT 1968

Verfasst: 17. Feb 2026, 21:38
von Liberolix
PepeHD hat geschrieben: 17. Feb 2026, 17:21 ........mit niedrigen Preis was für Einsteiger ........ wenn keine Blecharbeiten anliegen
.......6.500€ gekostet.......... ........(von anfänglich 9,500€ immer wieder gesenkt........)
tja, wenn.............aber kann das ein Einsteiger wirklich abschätzen?
Und so ein 30%iger Abschlag tut jedem Verkäufer weh - geplant war das bestimmt nicht. Der wollte einfach nur ein Ende.

Darum die Empfehlung den StartPreis bewusst nicht zu hoch anzusetzen - manche Händler machen da viel zu viel Hoffnung nur um den Auftrag zu ergattern - das dauert dann ewig und am Ende kommt es schlimm.

Hannes