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Einstellung des HIF Vergasers

Verfasst: 9. Feb 2003, 19:21
von robbi
Hallo, neues auf www.MG-b.de
Ein Beitrag zur Einstellung des HIF Vergasers.


Gruß Robert

Verfasst: 11. Feb 2003, 13:14
von stang
Hallo Robert,

...habe ich gelesen und wie schon seit Jahren wird für die Synchronisierung die Methode beschrieben mit dem Schlauch am Ohr.

Ich möchte dazu bemerken, daß man damit keine Genauigkeit erzielt. Wirklich aussagekräftig ist die angesaugte Luftmenge, die NUR mittels eines Synchrotesters gemessen werden kann. Und bei einer Optimierung sollte man dies nicht nur im Leerlaufbereich tun sondern auch in 500 RPM uphill Stufen um zu sehen ob die Carbs auch wirklich synchron öffnen. Nur so können Federn UND Dämpferkolben geprüft werden.

Idealerweise misst man auch den Manifold Absolute Pressure im Ansaugbereich zwischen Vergaser und Kopf und vergleicht die linke mit der rechten Vergaserseite.

Sollte man an eine Neu-Kalibrierung denken so geht das nur auf einem Chassis-Dyno, wo unter Last ebenfalls die Luftmenge der Carbs gemessen wird. Und dann ebenfalls mit einem Satz gleicher Federn um für beide Carbs um gleiche Bedingungen zu haben.

Stang

Verfasst: 11. Feb 2003, 21:53
von Addi
Hallo,

und ich dachte, ein Chassis-Dino ist irgend etwas aus Jurassic-Park.

Nichts für Ungut

Addi

Verfasst: 11. Feb 2003, 22:38
von Andreas
Wenn ich nicht irre, hatte Stang zu Beginn seiner Board-Beiträge geschrieben, er müsse wieder etwas an seinem Deutsch arbeiten - schließe daher messerscharf
a) auf einen längeren Aufenthalt im nicht-deutschen Sprachraum oder
b) auf ein Schweigegelübde.
Da das Schweigegelübde die Anglizismen nicht erklärt, bleibt eigentlich nur a) übrig :-))
So legen wir denn den "Cassels" (oder meinetwegen den Langenscheidt) solange neben den Rechner 8(da liegt er wahrscheinlich eh), bis sich Stang wieder eingewöhnt hat.

Andreas

Verfasst: 11. Feb 2003, 23:04
von Jörn
Also, jetzt mal ganz pragmatisch und provokant für alle:
wichtig ist, dass das Auto vernünftig läuft. Wie, von wem, mit welchem Methoden und welchen Theorien es eingestellt wurde, ist mir Scheissegal, wenn der MGB hinterher vernünftig läuft.
Und ich habe schon MGB gesehen und gefahren, die nach dem Einstellen mit der Ohr-Methode 100% besser liefen als nach einer teuren Prüfstand-Session. Das Problem sind nämlich nur zum Teil die Meßmethoden.
Das Hauptproblem sind unqualifizierte und desinteressierte Mechaniker und das zweite Problem sind Auftraggeber, die glauben, dass ein in der Werkstatt herumstehendes Meßgerät automatisch für ein gutes Endergebnis steht.
Ich hatte in den ersten Jahren meiner MG-Zeit (1978-80) einen englischen Bekannten, der mein Auto mit Gehör und einem Schraubenzieher als einzigem Werkzeug einstellte. Und nie wieder ist mein Auto besser gelaufen und hat weniger Benzin gebraucht als in dieser Zeit.
Dieser Geräte-Fetischismus ist schlimm. Natürlich ist es gut, ein Auto auf einem Prüfstand einzustellen. Aber für das Ergebis ist nicht der Prüfstand verantwortlich, sondern der ausführende Techniker. Also sucht keinen Prüfstand mit Operator, sondern schaut erst nach einem Fachmann. Und wenn der einen Prüfstand hat - zum so besser!
Und nix für Ungut Stang: "Manifold Absolute Pressure" klingt echt geil und fachmännisch. Vor allem unter dem Aspekt, dass auch Knowledge Sharing ja seine Grenzen hat :-))))

Verfasst: 12. Feb 2003, 06:52
von speedmasters
Und deshalb läßt Jörn seine Autos bei Brown und Gammons auf dem Prüfstand einstellen? Arbeitet der auch akustisch?

Verfasst: 12. Feb 2003, 08:47
von Jörn
Speedmaster,

genau lesen hilft :-))
Ich sage, das ZUERST jemand da sein muß, der sich auskennt. Wenn der DANN als Hilfsmittel eine Prüfstand nutzt ist das natürlich umso besser.
Ich habe überhaupt nichts gegen Hilfsmittel, nur stört mich, dass so viele Leute die Hilfsmittel als die Lösung betrachten.
Ich habe auch dass erlebt: ein in diesen Kreisen hoch geachteter und seit langem bekannter Mensch hat mir vor 3 Jahren in einer langwierigen Aktion meinen MGC eingestellt, dabei angeblich verbogene Düsennadeln und so Dinge gefunden und natürlich vor allem festgestellt, dass er vorher völlig verstellt und eigentlich unfahrbar gewesen sein muß. Es gab ausgiebige Sitzungen am BOSCH-Tester und am Prüfstand, die mich über DM 1.500,00 kosteten. Danach lief das Auto nicht viel anders als vorher und brauchte 18-20 Liter statt normal 12-15.
Als ich dann am folgenden Wochenende selbst Hand anlegte, weil das Auto JETZT wirklich unfahrbar war stellte ich fest, dass der Experte zum Vergaser einstellen offenbar immer nur an einem Vergaser solange zugedreht hat, bis der CO-Wert am Auspuff paßte: der eine Düsenstock war plan mit der Venturi, der andere ca 1.5 mm reingedreht: vorne viel zu fett, hinten völlig abgemagert (hinten kommt man beim C mit eingebautem Luftfilter besser an den Düsenstock als am vorderen Vergaser), aber im Durchschnitt OK!!
Und da jetzt sicher der Einwand kommt, dass jeder mal einen schlechten Tag hat: als ich diesen Befund dem besagten Herrn mitteilte wurde mir telefonisch lediglich sehr kurz und rüde erklärt, dass ich offenbar ein Vollidiot wäre, denn es wäre alles perfekt eingestellt gewesen und ich hätte alles verstellt, bevor ich angefangen habe, selber rumzubasteln.
Vier Wochen später klagte ein Freund, der ebenfalls dort seinen MGBGT einstellen ließ, über schlechte Leistung, hohen Verbrauch (über 25 Liter bei einem MGB!!!) und Ruckeln. Ich sagte aus Gag zu ihm, das wohl ein Vergaser viel zu fett und der andere zu mager sei. Dann schraubte ich die Unterdruckkuppeln weg und stellte fest: das war kein Gag, sondern erneut Tatsache!! So stellt dieser Fachmann offenbar Vergaser ein :-((
Moral aus der Geschicht: Werkzeug ist gut, Können ist besser, erst beides zusammen bringt wirklich Nutzen!

Meint Jörn
(der seinen MGB in diesem Jahr erneut auf einem Prüfstand von Leuten mit ERFAHRUNG und KÖNNEN einstellen lassen wird)


P.S. Diese Ohr-Methode wird übrigens auch in den SU-Tuning BÜchern empfohlen, die in den 60igern und früher entstanden. Damals ist man, habe ich mir sagen lassen, sogar teilweise auf den Rennstrecken OHNE Prüfstand ausgekommen und hat es trotzdem geschafft, seinen Lotus, MG, Jaguar oder was auch immer sehr schnell um die Strecke zu kriegen :-))

[Dieser Beitrag wurde von Jörn am 12.02.2003 editiert.]

Verfasst: 12. Feb 2003, 09:26
von speedmasters
Wenn ihr sowieso alles könnt, warum fahrt ihr dann noch in die Werkstatt?

Oder, warum macht ihr keine Werkstatt auf?

Verfasst: 12. Feb 2003, 09:36
von Jörn
@ Speedmaster,
kannst oder willst Du nicht lesen???

Verfasst: 12. Feb 2003, 13:30
von Harald
Hallo zusammen,
war die Anleitung über die Vergasereinstellung im Board von Robert nicht Korrekt? Ich wollte doch nur für alle Schrauber die sich an die Einstellung der HIF Vergaser wagen, für die ersten Schritte mit einer Anleitung dienen, und keine Streitigkeiten im Board entfachen!
Ich selber bin über jede Info in Punkto MG sehr angetan und freue mich über alle Tipps, wenn diese auch nicht immer 100%tig sind, und doch lerne ich daraus !
Die Spezialisten sollten doch bemüht sein den Anfänger in der MG Szene jede Hilfe zu geben die machbar ist. Sorry, wird ja auch oft gemacht.

Beste Grüße
Schrauber Harald

Verfasst: 12. Feb 2003, 14:10
von stang
Jörn,

schade, daß Du eine solche Erfahrung machen musstest. Techniker mit Kenntniss gerade für SU Carbs sind bestimmt selten geworden. Daher habe ich vor 20 Jahren auch mehr in Instrumente investiert um da independent zu sein.

Harald,

Die beschriebene Methode ist eine altbekannte und nicht die schlechteste. Welche Methode man bevorzug mag jeder mit sich abmachen. Ich für mich glaube nur den Dingen die ich messen/wiegen/sehen kann. Und die sich auch dokumentieren lassen. Gerade die Luftmenge sagt auch etwas über den Zustand der Zylinder aus, besonders wenn man die MAP Werte dagegen hällt. Und vorallem wenn man nach Jahren ein Problem hat und alte Aufzeichnungen als Vergleich nimmt

... wie soll das gehen mit einem "Zisch" Geräusch?

Vieleicht könnte man bei einem MG Treffen mal mittles eines Workshops an einem Beispiel die eine oder andere Methode vorführen und die Ergebnisse vergleichen????

Stang

Verfasst: 12. Feb 2003, 22:57
von Andreas
Interessanter Thread...
Auch meine Erlebnisse gehen in die Richtung, daß jemand mit Erfahrung ohne Maschinenpark demjenigen mit Maschinenpark ohne Erfahrung vorzuziehen ist und daß am besten natürlich die Kombination "mit Erfahrung mit Maschinenpark" ist - besser reich und gesund als arm und krank, wie mein seliger Großvater bei ähnlichen Gelegenheiten stets zu bemerken pflegte.
Nichtsdestotrotz tendiere ich persönlich seit einigen Jahren in die Richtung, mir bei Bedarf das Werkstatthandbuch zu greifen und die Einstellung so vorzunehmen, wie dort beschrieben.
Warum? Es geht leidlich bis brauchbar - auf jeden Fall besser als schlecht - und wenn es mal wieder mehr so in Richtung "brauchbar" gegangen ist: Das Erfolgserlebnis ist einfach gut. Ich finde es einfach Klasse, mit benzintriefenden Fingern und tauben Ohren neben einem Auto zu sitzen, das nun wieder akzeptabel läuft.
Aber das mag jeder für sich entscheiden. Und was das Leistungsvermögen der Fahrzeuge angeht...nach hochmotivierter Teilnahme an Amateur-Sportveranstaltungen habe ich gelernt, daß schlechte Rundenzeiten in der Regel eher an mangelndem Können denn an mangelhaftem Fahrwerk bzw. Motor liegen. Solange ich dort schon bremse, wo andere noch hochschalten, gilt für mich der alte Spruch "The first thing to improve is the nut behind the wheel." - und solange stelle ich meine Vergaser nach Gehör ein.

Mit besten Grüßen aus dem Ölsumpf,

Andreas

Verfasst: 13. Feb 2003, 08:08
von robbi
Hallo,
schön wenn ein Bericht solche „Fachdiskussionen“ auslöst...
Dieser Bericht ist für jemanden der in seiner Garage steht und verzweifelt...
Ein Punkt der mich an diesem Wagen so fasziniert ist, dass ich mit relativ simplen Mitteln fast alles daran selber machen kann. Wenn ich erst eine Multitesterstation und etliche andere teure Hilfsmittel benötige um ein halbwegs annehmbares Ergebnis zu erzielen, kann ich auch einen neuen Golf fahren. Aber das muß jeder für sich entscheiden. Ich stelle meine Vergaser (2 x HS4) mit dem Schlauch ein.
Gruß Robert

Verfasst: 13. Feb 2003, 08:40
von Mark Leitiger
Hallo liebe Leute,

also um einmal meine Erfahrungen mit dem Vergleich des 'Zischens' zwischen den beiden SU's anzubringen: Meine Vergaser sind wohl nicht 100%ig identisch, obwohl ich an der Brücke/Düse/Nadel keine optischen Unterschiede feststellen kann. Trotzdem lassen sich die Ansauggeräusche mit der Gartenschlauchmethode nur schwerlich miteinander vergleichen, die entstehenden Frequenzgemische sind einfach zu unterschiedlich. Und über physiologisch empfundene Lautstärke in Abhängigkeit von der Frequenz läßt sich auch vortrefflich streiten. Kurzum, ich habe es nicht hinbekommen und mir ein Billig-Synchrometer geleistet. Diese Erfahrung mag natürlich nur für den Durchschnitts-MG hilfreich sein; bei Vergaserpaaren, die besser als neu dastehen, mag das erfahrene Ohr ja sehr gut funktionieren. Ich habe jedenfalls keines und glaube auch nicht, daß dieses bei mehr als 50% unserer MG's unter Beachtung der auch mehr oder minder ausgeprägten Toleranzen and Vergaser und Zylindern eine Chance hätte, reproduzierbare und bessere Resultate als ein Prüfinstrument zu erzielen...

Oktagonale Grüße

Mark

Verfasst: 13. Feb 2003, 09:06
von Jörn
Nochmal zum Mitschreiben für alle in Großbuchstaben:
NIEMAND HAT HIER ETWAS GEGEN MESSINSTRUMENTE!!!

Aber mir geht es wie Andreas: auch ich hatte ein gewisses Erfolgsgefühl, als ich letztes Jahr meinen MGC nach selbst durchgeführtem Neuaufbau der Maschine und selbst eingestellter Maschine (Zündung mit Handlampe, Vergaser mit "Gfui" und "Zisch-Methode") bei IOZ auf dem Prüfstand hatte und Frau Hue eigentlich nur die Vergaser etwas fetter einstellte um bei "WOT" ein Abmagern zu verhindern. Ansonsten war es "perfekt", wie sie meinte, die Snychronisation stimmte ebenso wie der Zündzeitpunkt und mit den 166 PS bei 5.000 rpm waren wir auch beide zufrieden. Ob weiter oben noch ein paar zusätzliche Pferdchen dagewesen wären, haben wir nicht mehr ausprobiert, weil es auch so schon reichte.

In diesem Sinne möge jeder auf seine Weise glücklich werden - Hauptsache ist doch, dass es hinterher funktioniert, gelle???

Jörn

Verfasst: 14. Feb 2003, 08:57
von stang
@Robert,

Du bist ja nicht weit weg von mir und wenn Du nicht zurecht kommst können wir uns Dein Problemchen an einem Samstag Moren gemeinsam bei mir ansehen.

@All,

wie man eine Aufgabenstellung angeht ist doch individuell. Man kann Erhebungen machen auf der Basis Wissens anderer, aus Büchern oder man started ground-zero und mach seine Erfahrungen selbst, first-hand-experience.

Stang

Verfasst: 14. Feb 2003, 10:08
von robbi
Äh, ja... is klar.!?!?
Danke für den Hinweis.

Gruß Robert