MGB 4-Zylinder - Identifikation

Der Name sagt eigentlich fast schon alles - der lockere Plausch rund um das Thema MG ist hier die Hauptsache.

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26kanal
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MGB 4-Zylinder - Identifikation

#1

Beitrag von 26kanal » 27. Mär 2026, 20:07

Hallo!

Bei mir ist ein 2. MGB ins Haus gekommen, ein Restaurierungsobjekt (Ruine), komplett zerlegt, ein B GT Mk1 von 1966. Aus dem Freundeskreis, ich kenne diesen Wagen solange, wie der Freund ihn besessen hat, seit 33 - 34 Jahren, bin den selbst 1992/93 mehrere Monate gefahren.
Soll wieder ein Auto werden, allein wegen dieser sehr emotionalen Geschichte. Mein Anspruch: ein Spagat zwischen "originalgetreu Mk1" und dem Zustand wie 1992 und folgende Jahren bis zur Stillegung ca. 2001/2002.
Hinzu bekam ich einen Berg von Teilen, u.a. 3-4 Motoren. 5-fachgelagert sind sie alle. Zu dem Wagen sollte ja ein 18GB gehoeren.

Einer dieser Motoren hat keine Motornummer, das Schildchen ist weg. Ich bin mir recht sicher, dass diese Maschine (viel zu helles Rot, grausam silber lackierter Ventildeckel) damals unter der Haube sass, als ich den Wagen fuhr. Der Freund hat dann getauscht, weil der Motor voellig verschlissen war.

Gibt es eigentlich andere Merkmale, mit deren Hilfe man den Typ eingrenzen kann? Mir bekannt ist:

- die Lichtmaschinenbefestigung auf der rechten Seite, je nachdem, ob Gleichstrom (und positive earth), nur Gewindesacklöcher für die Alternator, oder Drehstrom verbaut wurde (dann sind beide Lochbilder vorhanden).
- Farbe dunkelrot oder schwarz ab 18V mit Modelljahr 72. Dann natuerlich silber oder gold fuer die original Austauschaggregate. Aber... der letzte Motor, der in dem Wagen gelaufen ist, ist nun ein Austausch.-Aggregat: 48G 528 AD EP 5164. und der ist dunkelrot.
- Natuerlich Merkmale der Zylinderkoepfe wie die Anschlussgewinde fuer diese Laufteinblasung in die Auslasskanäle. Oder die Guss-Nummern. Oder die Form der Brennraeume. (Ich habe selbst noch einen fruehen Zylinderkopf liegen, da ist aber nicht nur die 18 hinten drauf (gegossen), sondern auch auch noch ein grosses A - was bedeutet das?)
- Peripherie wie Zündverteiler oder Version der SU's sowie verschiedene Ansaugbrücken oder Ventildeckel. Anlasser natürlich. Kurbelgehäuseentlüftung.

Was gibt es sonst noch? Die linke Seite unten scheint unterschiedlich zu sein. War da nicht auch noch was bei den Adapterplatten hinten? Oder Riemenscheibe wegen unterschiedicher ZZP Markierungen? Auch die Deckel auf der linken Motorseite, zumindest der hintere, da habe ich hier jetzt Unterschiede. Auch die Oelwannen sind wohl nicht gleich, ich meine, zwei verschiedene Positionen der Ablasschraube gesehen zu haben?

Wer kennt das genauer? Wer weiss noch was?

Gruss
Volker

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Noddy
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Re: MGB 4-Zylinder - Identifikation

#2

Beitrag von Noddy » 27. Mär 2026, 20:39

Hallo Volker :)

Nicht erwähnt hast Du die gegossene Nummer in der Nähe von der Motorhalterung hinter den Krümmern, da steht eine 18 für die 1,8 Liter.
Gegenüber gibt es Gussuhren die auf das Produktionsdatum des Motorgehäuses hinweisen.

Ansonsten gibt es viele Varianten, der Motor wurde z. B. beim Marina und bei Hanomag eingesetzt.

Grüße
Micha
#2303

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Re: MGB 4-Zylinder - Identifikation

#3

Beitrag von marc-ks » 27. Mär 2026, 21:23

Dein 48G ist eine hochwertige Werksüberholung eines 18GB. Ein guter Motor. Der Kopf kö nte 18GD sein. Frühe und spätere 5 fach gelagerte Motore unterscheiden sich durch die Motorplatten, die Motorlager und die Schwungscheibe.
Grüße Marc
#2315

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Re: MGB 4-Zylinder - Identifikation

#4

Beitrag von 26kanal » 31. Mär 2026, 12:00

Moin!
Dank Euch beiden!
Noddy hat geschrieben: 27. Mär 2026, 20:39... Nicht erwähnt hast Du die gegossene Nummer in der Nähe von der Motorhalterung hinter den Krümmern, da steht eine 18 für die 1,8 Liter.
Gegenüber gibt es Gussuhren die auf das Produktionsdatum des Motorgehäuses hinweisen.

Ansonsten gibt es viele Varianten, der Motor wurde z. B. beim Marina und bei Hanomag eingesetzt.
Hallo Micha,
das habe ich nicht ganz verstanden: du meinst die 1800, die vorne links unten eingegossen ist? Oder wo ist noch eine 18 ? Oder gab auch mal eine 18 ? Bei den BMC-A Motoren war doch die Hubraumkennzeichnung nur mit einer oder 2 Ziffern, IIRC.

Gussuhr :eek: Na klar! Ich habe diese Kennzeichnung bisher nie richtig verstanden. Mal ist sie lesbar, mal raetselhaft. Eine habe ich dabei, die verstehe ich nicht, ich mache gleich mal ein Bildchen davon. Aber bisher reime ich mir zusammen, dass nach 1970 nur noch die letzte Ziffer fuer das Jahr eingegossen wurde, also eine 2 fuer 1972 (so an einem Block 18V581).

Wenn das stimmt, dann wurden fuer die Austauschmotoren, die 48G, "irgendwelche" Bloecke genommen? Denn der genannte 48G528 hat ebenfalls eine "2" Kennzeichnung in der Gussuhr. Und weitere Merkmale, siehe unten.

marc-ks hat geschrieben: 27. Mär 2026, 21:23 Dein 48G ist eine hochwertige Werksüberholung eines 18GB. Ein guter Motor. Der Kopf kö nte 18GD sein. Frühe und spätere 5 fach gelagerte Motore unterscheiden sich durch die Motorplatten, die Motorlager und die Schwungscheibe.
Hallo Marc,
laut Clausager* ist der 48G528 Ersatz fuer den 18GD.

Motorlager - Du meinst die Gummilager? Was gibt es da fuer Unterschiede, und ab wann?

Schwungscheibe - bei kleinanzeigen bietet gerade jemand eine Schwungscheibe an speziell fuer den 18GB, also den ersten 5-fach gelagerten. Der 48G528 hier scheint auch so eine Schwungscheibe zu haben: die Vorderseite ist nicht glatt (wie bei den spaeterenb), sondern hat einen erhabenen Rand. Warum hat der Motor eine eigene Schwungscheibe? Hat das mit dem 3-fach synchronisierten Getriebe zu tun? Es ist nicht die gleiche Schwungscheibe wie beim 3-fach gelagerten 18G/GA.
Oder liegt es am Zahnkranz fuer den inertia-type Anlasser?

Motorplatten, die Adapterplatten zwischen Motor und Getriebe - da blicke ich noch nicht durch.
20260328_190332_resized.jpg
Oben links sollte die Platte fuer 4-fach synchronisiertes Getriebe sein, dazu gehoert dann auch der pre-engaged Anlasser (2M100, der mit Magnetschalter), also ab MK2 bzw. GHN/GHD4. Richtig?
Oben rechts sollte 3-fach-synchro sein fuer den 18GB. Die grosse Bohrung fuer den Anlasser sitzt naeher zur Kurbelwelle. Die Platte ist auch etwas dünner.
Aber welche Adapterplatte hatte der 3-fach gelagerte Motor? Ich finde die im Teilekatalog nicht wieder (im Augenblick nur Zugriff auf den AKM0039, also bis '76 in der ersten Ausgabe von Feb77).
Und welche ist die Adapterplatte im Bild unten? Dort sitzt der Anlasser tiefer. Sie ist nochmal dünner. Die Lochbilder fuer das Getriebe passen nicht, das ist wahrscheinlich was ganz anderes? Hanomag?


Weitere Unterscheidungsmerkmale** sind mir aufgefallen, hatte ich im Ausgangsposting auch schon drauf hingewiesen:
1. Linke Seite - der gegossene MOWOG Schriftzug mittig, mit einer Ziffer darunter. Von meinen Vergleich hier würde ich sagen, dass der ab 18V entfallen ist. Der Motor ohne Nummer hat eine Gussuhr-Kennzeichnung von 1970 (kann wahrscheinlich von 18GG-GK alles moegliche sein) hat den noch. Der 18V581 block hat nur noch eine Ziffer dort.
2. Linke Seite, der Anschlussflasch für mechanische Benzinpumpe unten, habe ich hier nur am 18V581, die anderen haben das nicht.
3. Teilenummern (oder Zeiechnungs-Nrn) rechts unten im Anlasserbereich. Der 18GB hat dort 3 Nummern untereinander. Die anderen haben alle nur eine Nummer stehen, auch nicht gleiche.
4. Blechteile, der vordere Deckel fuer die Steuerkette. Da muss es ja den Unterschied geben, je nachdem wo der Zeiger fuer den Zuendzeitpunkt (und OT) ist. War der Aenderungspunkt auch vor/nach 18GB? Dann sollte es auch verschiedene Riemenscheiben geben?
5. Blechteile Ventildeckel, Zylinderkopfdeckel, rocker cover - Da gibt es mit und ohne Anschluss im hinteren Bereich zur Entlüftung. Der 18GA scheint noch mal einen anderen Anschuss vorne gehabt zu haben. Ich habe hier aber auch einen ohne Anschluesse, bei dem sieht die Stelle vorne anders aus als bei den anderen.
Und natuerlich der Unterschied genietete oder geklebte Schildchen. Letztere laut Clausager ab Sept '65 also Modelljahr 1966, d.h. mitten im 18GB. Zumindest die schwarzen Motoren haben dann spaeter keinen MG-Klebi sondern British Leyland.
Popnieten koennen da eigentlich nicht richtig... und auch nicht sinnvoll sein.
6. Blechdeckel links fuer den Ventiltrieb. Bei dem vorderen gibt es verschiedene Spielarten je nach Entlüftung. aber auch von dem hinteren gibt es verschiedene. Einer hier ist regelrecht nach innen geprägt (recessed), ist der fuer die ganz alten Motoren?
7. Blechteil Ölwanne - es gibt seitliche Ablassschraube rechts und hinten rechts. Eine Ölwanne hat hier einen deutlichen Knackfrosch. Deformationen, klar, aber koennte die auch deutlich dünner sein?

* Clausager/Colley - Das Original MGB MGC V8, Heel-Verlag 1995
**Ich habe mich bei den Unterschieden jetzt mal auf die beschränkt, die man von aussen sehen kann. Dass es intern jede Menge Unterscheidungsmerkmale gibt (Gussnummern und -uhren Zylinderkopf, Ölbohrung Kipphebelwelle, Ventile und Freiraum oben an der Zylinderwand, Kolben, Pleuel, .... Kurbelwellen-Hauptlager, usw) ist mir natuerlich klar.

Macht ja richtig Spass, so ein Vergleich. Ich habe halt hier 3 Motoren und einen Block bekommen, ausserdem stehen hier noch weiter ein Motor und ein Block herum. Und unter der Haube meines Cabrios/Roadster/Tourer (aber der ist 15km weg von hier) steckt so ein typischer Bastelmotor: 18GB-Block vor 4-fach synchronisiertem Getriebe. Mit einem Kopf mit den Anschluessen fuer die Lufteinblasung in die Abgaskanaele (natuerlich verschlossen; koennte noch sein originaler sein, ist ein 72er US-Modell).
Also, wer kann noch weitere Merkmale nennen, wer kann Unterschiede präzisieren? Oder wer kennt Links, die auch solche Unterschiede auflisten?

Gruss
Volker
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Re: MGB 4-Zylinder - Identifikation

#5

Beitrag von Axel Krug » 31. Mär 2026, 12:22

https://www.mgb-stuff.org.uk/blockdate.htm

Gaaaanz viele Bilder, auch von der"1800"
MGDC #581

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Re: MGB 4-Zylinder - Identifikation

#6

Beitrag von 26kanal » 31. Mär 2026, 20:03

Klasse der Link, Axel, vielen Dank dafür!

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Re: MGB 4-Zylinder - Identifikation

#7

Beitrag von 26kanal » 3. Apr 2026, 16:04

Da ich in diesem Thread ja auch an den Gold-Seal Austauschmotoren vorbeikamen, anbei zwei Fotos von 48G Motoren:
48G528AD.jpg
48G733AD.jpg


Bestimmt wissen das einige schon, interessant sind die beiden eingeschlagenen Buchstaben, hier zufaellig bei beiden AD. Dies kenneichnet wiederum das Bearbeitungsmass, auf das der Motor gebracht wurde. Erster Buchstabe Übermass Zylinderbohrung, zweiter Buchstabe Untermass Kurbelwelle.
Dazu habe ich zwei Links gefunden, die das beschreiben:
hier ziemlich weit unten, Kommentar von Colin Goodey
oder bei Barney Gaylord, ganz unten der Kommentar von Keith Dodd

Also AD: Standard-Bohrung und Lager-Untermass -0,02". Der 733 ist dabei uebrigens gebuchst.

Eine Erklaerung fuer die erhabene Markierung EP oder ES habe ich noch nicht gefunden.
Der silberne 48G733 - ich bin mir gar nicht sicher, ob das ein Silver Seal ist, oder ob hier einer den goldigen Motor uebergejaucht hat. An einer Stelle schimmert das naemlich so durch. Und irgendwo habe ich eben eine Bemerkung gelesen, dass es fuer den MGB gar keine Silver Sael gab??? Clausager erwähnt auch keinerlei Silver Seal.

Und ich muss mich korrigieren in Bezug auf meine Antwort zu Marcs Beitrag. Ich habe gerade bei Claussager gesehen, dass der Gold Seal 48G528 sehr wohl auch den 18GB ersetzen sollte.

Gruss
Volker
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Re: MGB 4-Zylinder - Identifikation

#8

Beitrag von 26kanal » 3. Apr 2026, 16:11

Ich bringe nochmal meine Fragen zu den Motor-Getriebe Adapterplatte nach oben.
26kanal hat geschrieben: 31. Mär 2026, 12:00 ...
Motorplatten, die Adapterplatten zwischen Motor und Getriebe - da blicke ich noch nicht durch.
20260328_190332_resized.jpg
Oben links sollte die Platte fuer 4-fach synchronisiertes Getriebe sein, dazu gehoert dann auch der pre-engaged Anlasser (2M100, der mit Magnetschalter), also ab MK2 bzw. GHN/GHD4. Richtig?
Oben rechts sollte 3-fach-synchro sein fuer den 18GB. Die grosse Bohrung fuer den Anlasser sitzt naeher zur Kurbelwelle. Die Platte ist auch etwas dünner.
Aber welche Adapterplatte hatte der 3-fach gelagerte Motor? Ich finde die im Teilekatalog nicht wieder (im Augenblick nur Zugriff auf den AKM0039, also bis '76 in der ersten Ausgabe von Feb77).
Und welche ist die Adapterplatte im Bild unten? Dort sitzt der Anlasser tiefer. Sie ist nochmal dünner. Die Lochbilder fuer das Getriebe passen nicht, das ist wahrscheinlich was ganz anderes? Hanomag?

...
Von der unbekannten Platte habe ich tatsächlich noch eine zweite im Keller stehen :o
Jemand eine Idee?

Gruss
Volker
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