Durchdrehender Anlasser und dessen Reinigung...

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Hobi
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Durchdrehender Anlasser und dessen Reinigung...

#1

Beitrag von Hobi » 30. Sep 2007, 12:58

Hallo und schönen Sonntag !

Ich hatte beim Starten öfter das Problem, dass der Anlasser durchdrehte aber der Motor nicht startet. Nach Studium der Beiträge hier im Forum kam ich zu dem Schluss, das sollte eine Reinigung des Anlassers beseitigen können.

Also habe ich mich heute Morgen mal daran gemacht den Anlasser auszubauen. Dazu mussten auch der Verteiler und das Heizungsventil abgebaut werden.

Da ich jetzt eh eine neue Dichtung brauche bevor ich es das Ventil wieder installieren kann dachte ich mir ich könnte die alle drei Bauteile mal gründlich reinigen und Verschleißteile erneuern.

Habt ihr da Tipps für mich wie ich vorgehen soll?

Soll ich z.B. den Anlasser wirklich komplett zerlegen und die Einzelteile im Ultraschallbad reinigen ? Oder wie geht ihr da vor? Kann ich (oder soll ich) z.B. den Verteiler komplett in das Ultraschallbad legen? Wir machen das in der Firma mit unseren Elektronikkarten und trocknen diese danach im Trockenschrank.

Auch wenn Euch die Frage vielleicht blöd vorkommt ;) Ich habe bisher noch keinerlei Erfahrungen mit dem Schrauben, möchte es aber lernen. Immerhin habe ich die Teile schon mal ausgebaut bekommen :roll:

Ich habe in der Firma Zugriff auf eine Ultraschall-Waschanlage, eine Motorenwaschanlage (für Elektromotoren - in Handarbeit), einen Trockenschrank und auf eine Sandstrahlkabine (Druck regelbar, mit Quarzsand wenn ich richtig informiert bin, werde aber nochmal nachschauen).

Hier habe ich mal Bilder von den Komponenten gemacht...

Dann noch eine Frage:
An der Stelle an der der Verteiler im Motorblock steckt scheint mir Öl heraus gelaufen zu sein. Zumindest war alles drum herum ölig. Ist da diese Schelle um den Verteiler evtl. zu sehr gequetscht? Mir scheint es fast als sei der Ring darunter leicht verbogen?!

hier im Bild zu sehen:

Bild
Grüße
Holger

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#2

Beitrag von Straight-six » 30. Sep 2007, 13:49

Hallo,

da scheint ein O-Ring zu fehlen, und zwar in der Nut ca. 1 cm von der Klemmschelle weg.

MfG
Lucas

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#3

Beitrag von Hobi » 30. Sep 2007, 16:24

Hallo Lucas,

das habe ich mir auch schon gedacht - danke für die Bestätigung !

EDIT: Ich habe mir das nochmal genau angesehen - so ein richtiger O-Ring ist m.M.n. da nicht - evtl. ein dünner Gummiring aber genau definieren kann ich es nicht.

Muss da nicht irgendwo eine Dichtung hin ?

Ich habe jetzt die Mimik auf der Anlasser-Drehachse mal auseinander gebaut. Ging eigentlich recht einfach, einfacher als ich gedacht habe. Die Teile waren alle sehr verschmutzt und doch sehr schwergängig. Die werde ich morgen mal alle im Ultraschallbad untertauchen ;)
Grüße
Holger

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Durchdrehender Anlasser

#4

Beitrag von mghausen » 30. Sep 2007, 19:31

Hallo Holger,

wenn Dein Anlasser durchdreht ohne zu starten,liegt das nicht am Reinigen,sondern am Magnetschalter.Da Du ja den Anlasser ausgebaut hast,soltest Du ihn auch komplett überholen.Besorge Dir einen neuen Magnetschalter,einen neuen Kohlesatz,und die beiden Broncelager.Eine Reinigung mit einfachem Autobenzin reicht vollkommen.Mit Wasser auswaschen und trocknen.Das Lager im vorderen Lagerschild(das Teil das ins Getriebe geht)ist relativ einfach zu wechseln,wobei Du bei dem Lager im Kohlehalterlagerschild einen Abzieher benutzen solltest.Die Kohlen sind einfach mit einem Lötkolben aus-und einzulöten.Den Anker solltest Du von einem Fachmann ganz fein abdrehen lassen.Zusammenbauen und fertig.

Viel Spass
Alexander

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#5

Beitrag von Hobi » 30. Sep 2007, 19:43

Hallo Alexander,

gerade die Tatsache das er durchdreht hat bei mir irgendwie die Schlussfolgerung gebracht, dass er nicht einspurt. Ich höre ja dieses schnelle drehen vom Anlasser - wenn ich dies nicht hören würde würde ich sagen der Magnetschalter ist defekt... kannst du mich da bitte aufklären ?!

(z.B. dieser Beitrag hat mich auf die Idee gebracht: http://www.mgdc.de/board/viewtopic.php?p=40584#40584 genau das gleich wie bei mir...)

Dann bräuchte ich zum überholen des Anlassers:

- Bronzebuchse vorne/hinten
- Bürstensatz (gleich die Federn dazu oder kann man die alten weiter verwenden ?)
- Magnetschalter (zur Vorsicht gleich mit bestellen)

Abzieher ist vorhanden und abdrehen des Ankers sollte auch kein Problem sein. Danke für den Tipp !

Kannst du noch was zu den anderen Teilen sagen ?
Grüße
Holger

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Durchdrehender Anlasser

#6

Beitrag von mghausen » 1. Okt 2007, 09:18

Hallo Holger,

der defekte Magnetschalter stellt zwar die Brücke her vom Batteriekabelanschluß zum Hauptanschluß der Anlasserwicklung,zieht aber den Ausrückhebel für das Ritzel nicht ein.Das kannst Du einfach überprüfen.Spanne den Anlasser in Deinen Schraubstock ein.Nehme Deine Autobatterie und ein Fremdstartkabel.Das rote Kabel klemme an Batterie Plus und Hauptanschluß Anlasser.Das schwrze Kabel an Batterie Minus und an den Schraubstock oder ans Anlassergehäuse.Es tut sich noch nichts.Jetzt nehme einen Draht und stelle eine Verbindung vom Hauptanschluß am Anlasser zu dem kleinen Anschluß am Anlasser her.Jetzt sollte der intakte Magnetschalter das Ritzel nach vorne schieben und Dein Anlasser laufen.

Gruß
Alexander

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#7

Beitrag von Hobi » 1. Okt 2007, 19:54

Hallo Alexander,

ganz ehrlich - ich verstehe es immer noch nicht ganz ;)

Ich habe im Moment keine Ersatzbatterie hier und Kabel in dieser Stärke leider auch nicht.

Kann es sein, dass ich die Funktion des Magnetschalters falsch verstehe ? Ich sehe diesen Schalter eigentlich nur als eine Art Relais das eben von dem Zündschloss ein und ausgeschaltet wird. Offensichtlich ist das dann aber scheinbar nicht so, oder ?

Wie dem auch sei, ich habe heute Mittag die Dichtungen, den O-Ring und einen Magnetschalter bestellt. Einbauen werde ich die Teile alle - aber zum testen erst mal ohne den Magnetschalter :)

Den Anlasser habe ich heute in der Firma zerlegt. Die Kohlen (aus was für Material sind die eigentlich ? Kohle ist das doch nicht, oder ? ) waren noch sehr gut in Schuss. Der Anker war auch noch sehr gut aber wir haben ihn trotzdem mit einem Radiergummi gesäubert (natürlich kein normaler Radiergummi sondern ein spezieller der in unserer Motorenwerkstatt für diesen Zweck verwendet wird). Die Buchsen waren auch noch sehr gut, kaum Laufspuren - also nur gefettet. Früher haben die Jungs übrigens öfter Anlasser von Kollegen überholt ;)

Ich habe dann alle Teile gereinigt und alles wieder zusammen gebaut. Dabei ist mit leider eine Lasche am Stahlblechring abgebrochen - diese war schon sehr mitgenommen. Jetzt die Frage, muss ich mir diesen selbst schnitzen oder kann man den irgendwo kaufen? Bei der Firma mit L habe ich bereits nachgesehen - die haben keinen auf Lager. Zur Not muss ich mir eben einen aus Stahlblech selbst basteln.

Auch den Verteiler habe ich zerlegt und gereinigt. Er hatte es wirklich nötig. Im Innern war er sehr verklebt. Das Gehäuse habe ich dann abgeklebt, die Öffnung der Unterdruckdose verschlossen und alles sandgestrahlt. Schaut gut aus - dann alles zusammengebaut und jetzt warte ich nur noch auf den O-Ring. Dieser war zwar noch vorhanden aber sehr brüchig und ist schon beim genaueren hinsehen auseinander gefallen...

Das Heizungsventil habe ich nur in der Motoren-Reingungsanlage gewaschen. Sieht wieder sehr gut aus und lässt sich wesentlich leichter bewegen als zuvor.
Grüße
Holger

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Durchdrehender Anlasser

#8

Beitrag von mghausen » 1. Okt 2007, 20:28

Hallo Holger,

es gibt einen Schubschraubtriebanlasser,der ist ohne Magnetschalter und ist zB im MGA verbaut.Bei dieser Version wird auf einer Schneckenwindung durch die Drehzahl des Anlassers das Ritzel nach vorne auf den Zahnkranz der Schwungscheibe befördert.Diese Anlasser werden meistens mit einem Starterzug gestartet.Dere Starterzug ist mit einem Schalter verbunden,der das Batteriekabel mit der Hauptwicklung des Anlassers verbindet.
Dann gibt es den Schubtriebanlasser,der ist mit Magnetschalter.Beim Betätigen des Zündschlüssels auf die Starterstellung bekommt eine Spule im Magnetschalter über das kleine Kabel Strom.In der Spule befindet sich ein Eisenkern mit eine Rückzugsfeder,der dann angezogen wird, und einen Hebel betätigt,der das Ritzel nach vorne auf den Zahnkranz schiebt.Ist jetzt diese Spule defekt,kann sie das Ritzel ja nicht mehr betätigen.Der Magnetschalter überbrückt auch das Batteriekabel mit der Hauptwicklung des Anlassers.

Gruß
Alexander
Ich hoffe

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#9

Beitrag von Hobi » 2. Okt 2007, 05:26

Hallo Alexander,

danke für die Erklärung.

Hast du dir das Bild von meinem Anlasser angesehen ? (oben erster Beitrag)

hier noch einmal:

Bild

meines Wissens ist das ein Schraubtriebanlasser, oder ? Er hat diese Schneckenwindungen von denen du geschrieben hast. Der Magnetschalter sitzt ca. 40-50 cm davon entfernt. Deshalb frage ich mich, wie der Magnetschalter da einen Hebel betätigen soll ! ;)
Grüße
Holger

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Durchdrehender Anlasser

#10

Beitrag von mghausen » 2. Okt 2007, 08:38

Hallo Holger,

sorry,hatte mir die Bilder nicht angesehen.Jetzt weißt Du aber welche Anlasser es gibt,und wie sie so etwa funktionieren.
Dein Anlasser ist der Gleiche wie im MGA,die wurden noch eine Zeitlang bei den dreifach gelagerten Motoren verbaut.
Wenn der Anlasser dreht,und das Ritzel nicht einrastet,liegt die Ursache
meistens am Ritzel.Die zweite Sache ist der Zustand der Zähne am Ritzel wie auch am Zahnkranz.Sind die Zähne stark abgenutzt,können sie auch nicht mehr greifen.

Gruß
Alexander

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#11

Beitrag von Hobi » 2. Okt 2007, 17:15

Hallo Alexander und Rainer,

@Alexander
kein Problem - aber ich dachte schon ich wäre doof ;) jetzt habe ich halt einen Magnetschalter auf Vorrat - wer weiß wann der seinen Geist aufgibt...

Mein MGB ist übrigens BJ 67 und somit noch ein MK I - bis BJ 67 wurden diese Anlasser scheinbar noch in den Bs verbaut, danach kamen die mit dem Magnetschalter direkt auf dem Anlasser und eben diesem Gabel-Mechanismus.

@Rainer
Du hast völlig recht ! Diese Mimik konnte sich von alleine fast gar nicht mehr bewegen. Ich habe, wie schon geschrieben, alle Teile in einer Motorenwaschanlage gewaschen, geschmiert und nun wieder zusammengebaut. Jetzt fluppt das wieder wie neu ;) Das Ritzel sieht auch noch sehr gut aus - wenn da was nicht funktionieren würde, würde man das auch hören, denke ich zumindest.

hier ein Bild der überarbeiteten Mechanik:

Bild

Das Stahlband habe ich auch ersetzt und morgen kommt er wieder in den Wagen. Dann warte ich nur noch auf die Dichtung und den O-Ring! Dann geht es am Freitag zum Kompressionstest.

Leider verliert der Motor und das Getriebe nach seinen 3-4 Jahren Standzeit so ziemlich überall Öl. Auch einer der hinteren Dämpfer ist wohl undicht...

Naja - ist ja bald Winter ;)
Grüße
Holger

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