Kaufberatung M.G. Z Magnette

Typenberatung:

Grundsätzlich haben Sie die Wahl zwischen drei Modellen:

M.G. ZA - erkennbar an dem Chrom über dem vorderen Radlauf, dem sog. "hockey-stick"

M.G. ZB - der Nachfolger mit gerader Chromleiste, gesteigerter Motorleistung und längerer Hinterachsübersetzung 

M.G. ZB "Variotone" - technisch identisch mit der ZB, aber andere Chromverzierung, um die Zweifarbenlackierung abzusetzen, sowie größeres Heckfenster

Vergessen Sie alles was Sie bisher über MGA oder MGB Restaurationen wußten. Es gibt weder günstige Teilenachfertigung in Fernost, noch gibt es zahlreiche Händler um die Ecke (schon gar nicht hier auf dem Kontinent). Die Kosten einer Komplettrestauration übersteigen den späteren Marktwert bei weitem und liegen eher auf Jaguar-Niveau! Dafür bieten noble Ledersitze und ein schönes Holzamaturenbrett aber auch Jaguarflair. Aber genau genommen braucht man die Magnette garnicht mit dem Jaguar vergleichen, weil sie ihr eigenes Flair hat!

Technik:

Motor, Getriebe und Hinterachse sind Großserientechnik und äußerst robust. Ersatzteile sind erhältlich und preiswert. Doch Achtung: der Teufel steckt oft im Detail. Viele Teile sehen identisch aus, passen aber dennoch nicht (Bsp.: die Hinterachse des MGA ist schmaler). Stärkere Motoren aus MGA und MGB (bedingt) passen und sind vielfach schon eingebaut. Lenkung und die Einzelradvorderradaufhängung sind Magnette-spezifisch! Dennoch läßt sich der familientaugliche Saloon auch heute noch im Alltagsbetrieb nutzen und macht bei entsprechender Wartung (Schmiernippel!) kaum Kummer.

Chrom:

Der Chrom sollte zumindest komplett vorhanden sein, um die Teile, wenn notwendig, neu zu verchromen. (Billig-) Neuware aus Fernost gibt es nicht.

Probleme bereiten die äußeren Türgriffe, Haubenscharniere und die das Gehäuse der Nummerschildbeleuchtung am Heckdeckel. Diese Teile sind aus Spritzguss und nur sehr schwierig (und deshalb teuer) zu verchromen.

Blech:

Eigentlich hat der Magnette nur eine richtige Schwachstelle - die unteren 10 cm der Karosserie! Aufgrund der vielen Hohlräume der selbsttragenden Karosserie findet Feuchtigkeit und Rost viele Nester. Dies gilt für die Schweller genauso wie für die Türen und Kotflügel. Ersatzteile sind teuer und der Aufwand erheblich. Sind die Bodenbleche bereits angenagt sollte man die Finger von dem Objekt lassen. 

Interieur:

Das noble Interieur der Magnette ist meistens sehr gut erhalten. Englische Exemplare werden zumeist von älteren Herren chauffiert, und entsprechend gepflegt. Anders sehen Importautos aus den USA aus.Genauer betrachten sollte man das Holzamaturenbrett. Undichte Windschutzscheiben können zu modernden Amaturenbrettern führen.

Eine ausführliche deutschsprachige Kaufberatung finden Sie in der Ausgabe der Oldimer Markt Januar 2003.

Weiterführende englischsprachige Informationen incl. vielen Kaufberatungen aus englischen Magazinen finden Sie auf der Webseite des Z & Farina Magnette Registers unter http://www.magnette.org/