MG Midget - Die Zwergenfamilie 

Es ist Juni 1961 als der MG Midget MK I ( GAN 1 ) der Öffentlichkeit vorgestellt wird, einen Monat später als der baugleiche Austin Healey Sprite MK II. Der Motor leistete bei 948ccm Hubraum 46 PS. Im Oktober 1962 kam dann die erste Überarbeitung ( GAN 2). Der Hubraum des Motors wurde auf 1098ccm gesteigert, was eine Mehrleistung von 9 PS einbrachte. Weitere Änderungen waren die vorn verbauten Scheibenbremsen, ein synchronisiertes Getriebe sowie ein mit Teppich verkleideter Innenraum. Auch die Ausstattung wurde ein wenig verbessert.

 

 Im März 1964 kam dann der Midget MK II ( GAN 3 ) auf den Markt. Die Motorleistung stieg von 56 PS auf 59 PS, die bis dahin verwendeten Steckscheiben wichen Kurbelfenstern und im gleichen Zuge kam auch eine neue Frontscheibe zum Einsatz. Die Türen waren ab diesem Modell abschließbar und der Instrumentenblock im schwarzen Kräusellack lackiertem Armaturenbrett war jetzt dem Fahrer zugeneigt. Auch das Fahrwerk wurde verändert, so wurden halbelliptische statt der viertelelliptischen Blattfedern verbaut.

Im Oktober 1966 dann die Vorstellung des Midget MK III ( GAN 4 ). Äußerlich unverändert, arbeitete aber unter der Motorhaube ein gedrosselter MINI Cooper S – Motor mit stolzen 65 PS. Bei den letzten Modellen der Serie wurde zudem das Verdeck am Heckblech verbunden, was eine Vereinfachung des Öffnen und Schließen des Verdecks mit sich brachte.

 1969, wiederum im Oktober erblickte der Midget MK III ( GAN 5 ) das Licht. Der senkrecht verrippte Kühlergrill wich einem ovalem, wie er schon im Austin Healey Sprite verbaut wurde. Die Schweller sowie der Windschutzscheibenrahmen wurden schwarz lackiert. Ab Oktober 1970 wurde zudem noch die Heizung- / Lüftungseinheit verbessert und ein größerer Tank verbaut.

 

Oktober 1974 dann die letzte Version des Midgets. Der MK IV oder Midget 1500, mit dem Fahrgestellcode ( GAN 6 ) musste er den neuen Bestimmungen  der Exportmärkte Tribut zollen. So bekam er zum einen den Motor vom Triumph Spitfire, was eine Hubraumvergrößerung auf 1500ccm mit sich brachte, bei einer Leistung von 68 PS. Weiter bekam er das Morris Marina Getriebe, was jetzt vollsynchronisiert war. Doch die größten Veränderungen, die sofort ersichtlich waren, waren die Polyurethanschaum- Stoßfänger, die jetzt anstatt der Chromstoßstangen verbaut wurden. Dies brachte ihm, wie auch dem MG B den Spitznamen „Gummiboot“ bei.

Im November 1979 rollte dann nach über 18 Jahren der letzte von insgesamt 226526 Fahrzeugen vom Band.

Kaufberatung

Wer sich einen MG Midget Kaufen möchte, sollte sich die Frage nach „ Was möchte ich haben“ stellen. 

 Hier vier Varianten:

  1. der Urige: Der MK I mit Steckfenstern und dem sprichwörtlichem „Roadsterfeeling“. Denn weniger ist mehr.
  2. der Schöne: ganz klar die ersten Baureihen bis zur Einführung des MK IV. Mit viel Chrom und Zierleisten, dafür aber mit mehr Arbeit beim Verdeckaufbau beim MK I bzw. MK II.
  3. der Praktische: Der MK III ( GAN 5 ) mit einfach zu handhabenden Verdeck und unproblematischem leistungsstarken 1275ccm Motor.
  4. der Moderne: Der MK IV (GAN 6 ) mit seinem vollsynchronisiertem Getriebe und stärkstem Motor.
  5. der Gesuchte: Der MK III ( GAN 5 ) mit runden Radausschnitten hinten. Diese Serie gab es nur von 1972 – 1974.

Eratzteilversorgung

Für alle gibt es eine problemlose Ersatzteilversorgung über die einschlägigen Händler in Deutschland oder England.  Die Preise für Ersatzteile sind günstig und die Technik des Midgets ist einfach und problemlos.

Beim Kauf zu beachten

Das Angebot an Midgets ist ausreichend. Auch wenn die Teile im Allgemeinen recht preisgünstig sind, ist es besser einen gut restaurierten zu kaufen, als sich selber an die Arbeit zu machen. Denn schnell sind die Restaurierungskosten höher, als der Kauf eines guten Fahrzeuges. Wer einen Midget kaufen möchte, sollte sich eine Person, die sich mit dem Fahrzeug auskennt, mitnehmen. Dies erspart einem weitere Überraschungen. Wer auf Originalität wert legt, sollte dies ins besondere beherzigen, da viele Midgets umgebaut oder modifiziert wurden. 

Die Problemzonen

1.Rostschäden: Besonders im Bereich der A-Säule im Bereich der Türscharniere und dem Übergang zu den Schwellern. Die Schweller endspitzen, sowie die hinteren Enden der Kotflügel.

2.Motor: Ölundichtigkeit ist und bleibt der häufigste Mängel ( fast schon normal ).

3.Lenkung: Bei der Lenkung gibt es fast nie Probleme.

4.Radaufhängung: Die Stoßdämpfer geben häufiger Grund zur Kritik.

5.weitere Mängel: Instrumentenausfall oder Wassereinbrüche sind dort die meisten Probleme.

Literatur

Sprites und Midgets Collector´s Guide         Heel Verlag             deutsch   

Weiter gibt es sehr viele Bücher, die sich von der Restauration bis hin zum Tuning eines Midgets beschäftigen.